Der letzte Eintrag aus Kerala...

... denn in 24 Stunden werden wir bereits den Rückflug von Cochin über Mumbai nach Frankfurt angetreten haben.

Weil wir aber so voll der Eindrücke sind, werden wir in den nächsten Tagen, ab der kommenden Woche, noch etwas weiterbloggen.

So können Sie ab kommender Woche an unseren "anverdauten" Eindrücken teilhaben.

Und im Frühjahr 2010 wird dann unser gedruckter Reisebericht vorliegen.

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Mi., 18.11.: Kinderbilder aus Teepflückerregion unterwegs nach Alsfeld

Ein Anspiel für den unerwarteten Besuch vom Partner-KiGo

Ein gemeinsames Projekt werden Kinder aus Alsfeld sowie aus Karimthavuri in Südindien beginnen. Nach Weihnachten werden sie in den Kindergottesdiensten die gleichen biblischen Geschichten hören. „Wir sind gespannt darauf, wie die Kinder aus den unterschiedlichen Erdteilen diese Geschichten verstehen und in Bildern darstellen werden“, berichtet Cordula Otto am Tag vor der Heimreise nach Oberhessen aus Melukavumattom in East Kerala.
 
Seit 1 1/2 Jahren besteht zwischen dem Kindergottesdienst in Alsfeld und der Sundayschool in Karumtharuvi eine Partnerschaft. Aber wo liegt dieses Karimtharuvi überhaupt und wie wird dort Sundayschool gefeiert?

Um dies herauszufinden machen sich Cordula Otto aus Alsfeld und Beatrix Dymianiw aus Storndorf auf den Weg. Vom unserem Gastvater aus Kattapanna werden wir am Sonntag nach deren Sundayschool und dem
Gottesdienst dort mit dem Tuk Tuk Taxi (einem 3-Rad- Taxi) über eine 1/2 Stunde durch berauschend schöne Landschaft zu den Teeplantagen gefahren.

Und mitten in den Teeplantaen steht eine Kirche mit einem Pfarrhaus - und dies ist die Kirchengemeide Kirumtharuvi. Man sieht weit und breit kein Haus. Aber Reverend Justin Moni versichert uns, dass 100 Familien zur Gemeinde gehören.

Die Mitglieder sind Teespflücker, die oft aus Tamil Nadu eingewandert sind.

Obwohl der Pfarrer erst Freitag  Abend von unserem Besuch erfarhen hat, hat er irgendwie alle Kinder erreicht und den Kindergottesdienst auf 13.30 Uhr statt morgens verlegt.

Ca. 30 Kinder und 5 Kindergottesdiestmitarbeiterinnen warten auf uns. Die Kinder sind genauso gespannt auf uns - wie wir auf sie. Und es wird eine bewegende gemeinsame Stunde, die wir miteinander verbringen. Die Kinder haben in der Kürze ein tolles Programm für uns zusammengestellt - einen normalen Kindergottesdienst erleben wir heute nicht.

Wir werden mit tollen Blumensträußen begrüßt - dies gehört zu Kerala dazu.
Danach gibt es Kindergottesdienstlieder und Gebete und dann werden uns zwei Theatherstücke und drei Liedbeiträge geboten.

Wir haben als Gastgeschenk eine Kinderbibel  mitgebracht und mit ihr werden wir gleich  eingeladen die Geschichte zu erzählen. Das Lied: Gott hält die ganze Welt in seiner Hand,  wird von den Kindern begeistert aufgenommen und die Krönung des Kindergottesdienstes ist der Segen in malayalam und in deutsch.

Wir haben nur knapp zwei  Stunden hier verbracht, aber für die Partnerschaft war es viel mehr. Reich beschenkt mit Eindrücken und Bildern für die Kinder in Alsfeld kehren wir morgen nach Deutschland zurück.

Nach Weihnachten starten  beide Kindergottesdienste ein gemeinsames Kindergottesdiensttprojekt - parallel werden die gleichen Geschichten erzählt und von den Kindern gemalt. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt!

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Reichtum und Armut mit einer Körperdrehung

Mit Ronald auf Hiking-Tour

Seit zwei Jahren nun arbeitet Ronald Wilson als Koordinator, wir würden wohl "Manager" sagen, des Hostels in Mechal. Das ehemalige Boys-Hostels beherbergt heute auch Mädchen, insgesamt etwa 160 Kinder leben hier. Viele kommen aus den Forest-Areas, die wir vergangene Woche besucht hatten: Die Eltern lebten noch abseits jeglicher Zivilisation, die Kinder machen ihren "plus2"-Schulabschluss, vergleichbar unserem Abitur. Bis zur Highschool, den Klassen 8-10, sind alle Schulformen in Mechal vorhanden.

Dreiviertel der Menschen hier sind Christen. Etwa 150 Familien umfasst die Gemeinde von Reverend Joseph. Wir brauchen mehrere Tage, bis wir die Unterkünfte dieser Familien entdecken. Das Pfarrhaus und die St.-Thomas-Kirche nämlich stehen mit den unterschiedlichen Schulen auf einer Art "Campus". Die Wohnhäuser gruppieren sich nicht etwa um diesen "Campus", sondern verteilen sich, zumeist einzeln stehend, über das Tal und die Hänge.

Die meisten Häuser zeugen nach unseren Vorstellungen von Armut: einfache Drei-Raum-Häuser mit einer Küche und zwei Schlafräumen, kein Raum größer als 10 bis 12 Quadratmeter; Unterkunft für vier bis sechs Personen. Aber auch ein großes, traditionelles "Kerala-Haus" finden wir hier: wesentlich geräumiger, aus massivim Holz gebaut, schützt es gut vor der Hitze und bietet es viel Raum für Vorräte; vom Reichtum zeugen auch die aufwändigen Schnitzereien an Balken und Türen.

Wie dicht (relative) Armut und (relativer) Reichtum beieinander liegen, zeigt sich bei unser "Hiking-Tour" mit Ronald. Als studierter Botaniker möchte er uns Pflanzen Bäume erläutern. Und als die erste Aussichtsplattform erreicht ist, scheint uns der Gipfel nicht mehr weit. (Das täuschte.)

Ronald selbst steht erstmalig auf dem Gipfel; er ist froh, zwei Mitwanderer gefunden zu haben. Auf der einen Seite schauen wir herab auf Mechal, auf der anderen Seite klebt Koovappally am Berge.

Auf der einen Seite Mechal mit seinen eher ärmlichen Verhältnissen. Die Strom"spannung" umfasst hier ein weites Spektrum. An keinem anderen Ort haben wir mehr und länger mit Stromausfällen zu tun. Die Menschen teilen alles mit uns, das Wenige, das sie besitzen.

Auf der anderen Seite Koovappally mit dem breiten Fluss im Tal. Die Menschen leben überwiegend in weitaus größeren Häusern. Reverend Mammen dort führte uns in viele Familien, die Tische  bogen sich vor Speisen, Keramikfliesen sind nicht nur um Boden verlegt, sondern klettern auch die Wände herauf. Selbstverständlich in jedem Raum ein Ventilator. Jede fünfte Familie hier besitzt ein eigenes Auto, viele weitere ein Tuktuk oder zumindest ein Motorrad. Es geht den Menschen gut hier.

Mit einer Umdrehung um die eigene Achse schauen wir erst nach Mechal, dann nach Koovapally. Arm und Reich ist allein durch einen Höhenzug getrennt. Zwei Unterschiedliche Welten in einer 360-Grad-Drehung.

Doch es kommt offenbar nicht zu sozialen Spannungen. Das Reichtumsgefälle wird als gegeben hingenommen.

Vielleicht genauso hingenommen wie der Skandal, dass wir in Deutschland "Tafeln" benötigen und sich die reichere Bevölkerung ein gutes Gefühl damit verschafft, ihre Reste den Ärmeren durchzuReichen und dafür sogar noch ihre kostbare Zeit aufzubringen. Aber das ist nun sicher ein ungerechter Vergleich.

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Funkstille bis Di., 17.11.,...

..., denn wir gehen wieder in Zweiergruppen in Privathaushalte und werden in einem Radius von 80 km über das Gebiet der Diözese verstreut. Dabei erwarten und Tea-Estates, Hochzeiten, Konfirmationen, Sundayschools und Hostels - sowie all das, was sich die jeweiligen Gastgeber noch so einfallen lassen.

- Und vielleicht hat der richtige Gastgeber sogar Internetanschluss, dann geht´s natürlich auch b i s  Dienstag mit dem Blog weiter.

Bis dahin: einfach herzliche Grüße aus Kerala!

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So., 15.11.09: Wenn der Postmann nach zwei Jahren klingelt...

Mit zwei Jahren Verzögerung übergeben Kinder aus Mechal einen Geschenkkarton für die Grundschule Kunterbunt in Niederohmen.

Wir befinden uns in der zweiten Runde der Gemeindeaufenthalte, untergebracht in Privatfamilien. Wir landen nicht bei den ganz einfachen Leuten: diese hätten überhaupt keinen Platz für uns und wären finanziell überfordert, zwei Deutsche mit durchzufüttern. Eher finden wir unsere Unterkünfte in der Mittelschicht, oftmals in Pfarrhäusern.

Bischof Daniel ließ uns die Wahl weitgehend offen. Mit gegenüber legt er jedoch Wert darauf, dass ich nach Mechal gehe. Warum, bleibt mir diffus. Doch wozu hat man einen Bischof, wenn nicht, um ihm zu folgen?

Die St.-Thomas-Church in Mechal ist ein junger Betonbau. Der  Chor ist gefliest und geweisst, ansonsten strahlt uns Beton entgegen. Die Kirchenbänke sind eher aus Altholz zusammengezimmert denn für eine Kirche gestaltet.

Mechal beherbergt sogenannte Tribal-Familien. Gummibäume, das "Gold der Diözese" finden man hier nur in sehr kleinen Plantagen. Die Menschen, erzählt uns Jobin, der jüngere, 17jährige Sohn Reverens Josephs, sind hier weitgehend Selbstversorger. Ihre wenigen Einnahmen aus dem Verkauf von Früchten und Gummi verwenden sie weitgehend für Arztbesuche u.ä.

Jobin ist es auch, der uns den Hang hinauf zu einem Aussichtspunkt führt. Von dort aus könne man 100 Kilometer weit ins Land schauen, sagt er. Doch leider sind die Berge wieder nebel- und wolkenverhüllt. (Einen Tag später erklimmen wir dann doch den Gipfel, ein Fußnagel ist das Opfer der Hiking-Tour in Badeschlappen.)

Der Weg zu diesem Aussichtspunkt ist sehr steil, für Autos, vermutlich sogar für Jeeps, unpassierbar. Und so wundern Markus und ich uns sehr, dass dies der Heimweg für 60 Familien der Gemeinde sei. Doch dann entdecken wir die kleinen Häuschen, die mit ihren jeweils drei Räumen und Freiluft-Außenbad am Hang gebaut sind. Und auf dem Rückweg fühlen wir und fast wie in der Rushour: Anderthalb Dutzend Menschen kommen uns auf ihrem Heimweg entgegen.

Mechal scheint bitterarm zu sein. Zugleich - ohne jeglicher Sozialromantik verfallen zu wollen - haben sie ihre gesicherte Existenz auf niederstem Niveau. Dies sehen wir, als wir Reverend Joseph in eines dieser Häuser zum Abendgebet begleiten: Außer einem aufgebockten Tisch und einem Bett ohne Matraze keinerlei Inventar. Die Bewohner sitzen auf Bastmatten am blanken Betonboden. Aber sie haben ein Dach über dem Kopf, Elektrizität (in der einzigen Steckdose des Raumes hängt ein Stecker, der zu einer Glühbirne - natürlich eine Energiesparlampe - führt), Wasser aus Hausbrunnen - und vereinzelt sogar Telefonanschluss. (Dass nicht jede Überlandleitung zu jeder Zeit Strom führt und die Bewohner der Häuser deswegen mit langen Holzstöcken ihre Energieverbindung durch Weiterreichen ihrer Leitung von einer Leitung auf die andere sichern, war für uns ein schon fast kafkaeskes Schauspiel).

Warum Bischof Daniel mich in dieser Gemeinde sehen wollte? - Es galt ein Geschenk abzuholen. Schon kurz nach unserem ersten Betreten des Hauses holt Reverend Joseph einen Pappkarton, eine Wichtelpuppe und eine CD herbei. Ja, selbst der Pappkarton ist aufgehoben, der vor zwei Jahren von der Grundschule Kunterbunt in Nieder-Ohmen hier nach Mechal gesandt worden ist, angefüllt mit etwa 120 Wichtelpuppen. Die Grundschülerinnen und -schüler in Nieder-Ohmen, meine zwei Jungs gehörten auch dazu, waren schwer enttäuscht, niemals eine Reaktion erhalten zu haben.

Jetzt sehe ich, wie sehr diese kleinen Geschenke in Ehren gehalten werden. - Die Gemeinde war schlicht überfordert gewesen, angemessen zu reagieren, ebenso der Reverend mit seinen bescheidenen Englischkenntnissen.

Nun aber wussten die etwa 160(!) Kinder der Sundayschool, dass Besuch aus Deutschland kommt. Und nun, mit zweijähriger Verzögerung, wird mir zum Abschluss der Sundayschool ein Geschenk überreicht. Was darinnen ist, weiß ich nicht. Ich werde es nach unserer Rückkehr die Kinder der Grundschule in Mücke öffnen lassen.

Aber nach meiner Enttäuschung wegen der fehlenden Reaktion aus Indien auf den Basteleifer der oberhessischen Kinder im Dezember 2007 weiß ich nun sicher: Diese kleinen Puppen sind am genau richtigen Ort gelandet. Andere Geschenke, anderes Spielzeug werden diese Kinder hier kaum erhalten haben.

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Donnerstag, 12.11.09: Leben im Urwald

Schülerinnen und Schüler im tiefsten Urwald

Heute wurden wir schon um 5.45 Uhr von Markus mit der Klarinette geweckt.
Ein langer Tag stand bevor als wir gegen 6.30 Uhr mit dem Bus abfuhren und erst um 20.45 Uhr wieder zurückkamen. Dazwischen lagen Stunden außergewöhnlichen und unvergesslichen Erlebnissen. Wir waren
auf zwei von über 50 Missionsfeldern der Diözese, den "mission fields" wie Bischof Daniel es ausdrückt.

Die Fahrt führte uns nach 2 Stunden an eine Abzweigung, die in die Berge führte. Hier verliessen wir den Bus und stiegen in zwei Jeeps um.

Auf Waldwegen, die uns mehr erschütterten als durchschüttelten, fuhren wir "nur" ca. 15 km in den indischen Urwald hinein, dies dauerte jedoch über 2 1/2 Stunden.

Die erste Station nach ca. 30 Minuten war eine kleine Kirchengemeinde, wo wir jenseits der Zivilisation herzlich begrüßt wurden. Hier waren wir weit ab von öffentlichen Versorgungseinrichtungen wie fließend Wasser oder Strom
inmitten von Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten.

Was sucht die Kirche in den Wäldern, was bewegt sie dort vor Ort zu sein? Der Evangelist am Ort erzählt uns: Wanderarbeiter aus dem östlichen Nachbarstaat Tamil Nadu wanderten in diese vor über 10 Jahren in diese Waldregion ein. Sie hatten schon vorher Kontakte zur Kirche gehabt und suchten jetzt wieder geistliche Betreuung.

Die Diözses East-Kerala reagierte und suchte diese Menschen auf. In diesem Gebiet leben auch noch Adivasi "Stämme", die sich ebenfalls an die Kirche wandten. Ihr Anliegen war dringend: Die Regierung wollte über Entwicklungsprojekte und finanzielle Unterstützung den Familien helfen.

Sogenannte "Berater" nutzten dies schamlos aus: sie legten den Menschen alle notwendigen Papiere vor, diese unterschriebenoder macthen ihre "Kreuzchen" und die Berater kassierten ab. Teilweise verloren dadurch die Menschen ihre Hütten, da sie in den Papieren ihr Grundstück den "Beratern" übertragen hatten. Diese vertrieben sie dann von ihrem Land.

Hier hilf die Kirche doppelt: sie selbst leistet diese Beratertätigkeit und hilft so den Menschen, den Betrügern zu entgehen. Andererseits gründet sie Schulen und lehrt den Kindern Lesen und Schreiben, dass sie selbst verstehen, was ihnen andere zur Unterschrift vorlegen.

Dies erlebten wir an der zweiten Missionstation: eine Schule von Klasse 1 - 7, in der ein (!) Lehrer unterrichtet, aber dort den Kinder Wichtiges vermittelt: den eigenen Wert und die eigenen Würde als Kinder Gottes. Dass das Schulgebäude eine Kirche ist, fällt erst beim zweiten Blick auf, denn die ca. 35 Kinder hatten alle ihre Schultaschen auf den Altar gelegt. Hier erklärt uns der Evangelist, dass die Gemeinde wächst und wächst. Viele Familien sehen im Wirken der Lehrer und Evangelisten die konkrete Form, wie Gott Menschen helfen will und christlicher Glaube mit der Vermittlung von persönlichem
Wert und würde verbunden ist.

Was uns neben dieser Arbeit der Diözese stark beeindruckt hat ist der Regenwald: eine Erfahrung, die kaum wiedergegeben werden kann. So etwas lässt sich in Worten kaum wiedergeben.

Am Ende der Rückfahrt waren wir alle froh, nach über 2 Stunden aus den Jeeps wieder in den Bus steigen zu dürfen und auf "normalen" = indischen Strassen zurück zu fahren.

Ob heute das Einschlafen besser gelingen wird, bezweifle ich: wir sind zwar müde, aber so tief beeindruckt von den Menschen, den Begegnungen und der Natur, die wir heute erlebt haben und so bald nicht mehr erleben werden.

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Di., 10.11.09, Melukavu: Wir haben es nicht besser gewollt...

Endlich kommt unsere Flötengruppe wieder einmal zum Einsatz: Beim "Zwischentreffen" anlässlich der Diözesan-Pfarrkonferenz im Conference Centre in Melukavu.

- und auch nicht besser bekommen können. Dies ist das einhellige Urteil bei einem kurzen Wiedersehen. Die Einladung zur Pfarrkonferenz der Diözese führt uns für für einen kurzen Vormittag zusammen.

Der Zeitraum für die Pfarrkonferenz ist von 10.00 bis 13.00 Uhr angesetzt. Wir erleben wieder einmal, dass wir in "Indian time" denken muessen, auch wenn der Bischof einlädt:

Gegen 10.30 Uhr eröffnet Bischof Daniel das Treffen, ca. 15 Pfarrer sind anwesend. Gegen 11 Uhr endet das Gebet, inzwischen sind ca. 30 der 55 Pfarrer eingetroffen. Es ist ein Kommen und Gehen, einzelne klinken sich wegen eines eingehenden Handyanrufs mal schnell aus dem gemeinsamen Gebet aus.
Der Saal im Conference Centre der Diözese ist groß, und wir sitzen recht dicht beieinander. Wahre Größe zeigt sich aber erst in Dezibel, und deswegen kann auf die Beschallung durch die Lautsprecheranlage selbstverständlich auch dann nicht verzichtet werden, wenn eigentlich auch die leicht angehobene Stimme ausreichen würde.

Überhaupt: Small ist beautyfull kann kein indisches Prinzip sein. Zwar ist mit Bischof Daniel erst der dritte Bischof in der jungen Geschichte der Diözese im Amt. Wenn aber alle Bischöfe ein - selbstverständlich gerahmtes - Bild von 2 mal 1 Meter von sich aufhängen lassen, dann wird man bald den turnhallengroßen Versammlungsraum erweitern müssen, um die "Ahnengalerie" fortsetzen zu können.

Dass wir äußerst unterschiedlich untergebracht sind seit Samstag, wird schon bei der Ankunft unserer Zweiterteams mit ihren jeweiligen Gastgebern deutlich: Markus und Björn kommen völlig verspätet im Tuktuk, dem dreirädrigen Zweitakter, an. Monika und Ruth entsteigen einem pompösen Jeep. Auch Rita und Gerlinde werden mit dem Auto vorgefahren. Cordula und Beatrix sowie Thomas und Ralf durften den öffentlichen Nahverkehr genießen. (O-Ton Thomas: "Wenn dass meine Lebensversicherung wüßte, würden sofort die Beiträge angehoben.")

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Unterkünfte: vom Gästezimmer in der Upper Class bis hin zu Unterkünften mit - sagen wir: gewöhnungsbedürftigen sanitären Anlagen.

Aber: Wir haben es ja nicht besser gewollt, wir hatten um die Unterbringung in Familien gebeten. Und mehr noch: Wir haben es nicht besser bekommen können: Es dürfte kaum eine bessere Möglichkeit geben, das Alltagsleben unserer indischen Partner zu begleiten und kennenzulernen.

Und das in seiner gesamten Vielfalt: Gerlinde und Monika lauschen im luxeriösen Ambiente den theologischen und historischen Disputen ihres Gastgebers sowie weiterer geladener Gäste im Haus des Leiters des Henry-Baker-Colleges. Cordula und Beatrix berichten, dass sie bei einem Kantor untergebracht sind: Bis tief in die Nacht, berichten sie, ist ein Kommen und Gehen, und die gemeinsame Sprache ist neben dem Englischen das gemeinsame Singen. Thomas und Ralf, fernab in Koovappally, sind in einem gerade leer stehenden Haus nahe dem Pastor´s House untergebracht; von  dort holt sie Rev. Mammen ab, um mit dem Tuktuk über Kilometer Gemeindebesuche abzustatten, incl. ersten, zweiten und dritten Abendessen - natürlich alle als vollständige warme Mahlzeiten.

Schon jetzt wissen wir: die beiden kommenden Tage gemeinsam im Bischofshaus werden nicht ausreichen, um unsere Erlebnisse auszutauschen - zumal natürlich weiteres Besuchsprogramm ansteht und sich unsere Eindrücke noch überhaupt nicht haben setzen können.

Nein, wir hoffen darauf, im Dezember und Januar nicht wieder dienstlich überlastet zu sein: Erst hier werden wir eigentlich dazu kommen, aus unseren farbigen Glassplittern ein Kaleidoskop unserer Partnerkirche zusammenzufügen.

Aber bislang haben wir gerade erst eine Hälfte der Reise hinter uns...

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So., 08.11., Koopappally: Die kleine Grace wartet bereits auf die Besucher aus Mücke

Die kleine Grace überreicht ihr Bild für die Kinder in Mücke-Atzenhain.

(Pressemitteilung vom 11.11.2009 aus Melukavu)

Die kleine, etwa 9 Jahre alte Grace, wartet mittags vor dem Eingang des Pfarrhauses in Koovappally auf die beiden Besucher aus Deutschland. Sie befindet sich bereits seit 8.30 Uhr auf dem Kirchengelände der 3000-Seelen-Gemeinde mit dem herrlichen Panoramablick über die waldreiche Hügelkette mit ihren zahlreichen Wasserfällen. Grace hat bereits die Sundayschool, den indischen Kindergottesdienst, besucht, danach vermutlich mit ihren Eltern auch den fast dreistündigen Gottesdienst der Erwachsenen. Nun möchte sie aber endlich die beiden Besucher aus Oberhessen persönlich treffen. Denn sie hat ein Bild gemalt, und dieses Bild können die beiden mitnehmen nach Atzenhain.

Dieses Atzenhain, weiß Grace, liegt irgendwo in Deutschland. Dass Frankfurt in der Nähe liegt, wird ihr kaum helfen; vorerst muss sie sich damit begnügen, in etwa zu wissen, wo dieses Europa zu finden ist.

Doch Atzenhain, dies ist der Ort, mit dem ihre Sundayschool die vermutlich erste Partnerschaft mit einem Kindergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau aufgebaut hat. Und deswegen ist für Grace Atzenhain der Mittelpunkt Deutschlands, und ihr Bild muss hin zu diesem Mittelpunkt.

Seit dem 1. November nun ist eine zehnköpfige Delegation aus vier evangelischen Dekanaten unterwegs in Südindien. Seit 20 Jahren besteht eine Partnerschaft mit der Diözese East Kerala. Alle vier Jahre reist eine Gruppe nach Indien, und zeitversetzt um zwei Jahre empfangen die evangelischen Christinnen und Christen in Oberhessen eine Delegation aus Kerala.

Die Partnerschaftsreise führte die deutsche Gruppe erst in die Metropole Chennai an der Ostküste Indiens. Hier hat die südindische Kirche, die „Church of South India“ (CSI), ihren Sitz.

Über Madurei, ebenfalle eine Millionenstadt, die vor allem für ihre hinduistische Tempelanlage bekannt ist, fuhr die Gruppe mit einem Bus weiter in die Höhenlagen Keralas, wo sie von Bischof Dr. K.G. Daniel empfangen wurde.

Sie verblieben dort aber nur für eine Nacht im Gästehaus, das von den deutschen Partnern finanziert worden ist. Denn der keralesische Bischof hatte bei seinem letzten Besuch in Oberhessen selbst festgestellt, dass man die indische Lebensweise am besten dann erfahren kann, wenn man bei Familien aufgenommen wird. Und so sind die zehn Oberhessen, davon vier aus dem Vogelsbergkreis und sechs aus der Wetterau, seit Samstag für eine knappe Woche an fünf unterschiedlichen Orten anzutreffen.

Weil Koovappally und Atzenhain die vermutlich erste Kindergottesdienst-Partnerschaft der beiden Landeskirchen eingegangen sind, war für Bischof Daniel klar, dass Koovappally zwei Besucher aufnehmen wird. Und so werden Pfr. Thomas Philipp (Ranstadt) und der Bildungsreferent des Evangelischen Dekanats Alsfeld, Ralf Müller, durch die 3000-Seelen-Gemeinde gereicht.

Knapp die Hälfte der Bevölkerung hier gehören der anglikanisch geprägten christlichen Gemeinde an. Der Ortspfarrer, Reverend P. Mammen James, stellt seiner Gemeinde im Sonntagsgottesdienste die beiden Gäste vor. Philipp predigt auf Englisch, James übersetzt in die Landessprache Malayalam. Müller, der als Nicht-Theologe den Altarbereich nicht betreten darf, überbringt die Grüße aus den deutschen Partnerdekanaten. Schon zuvor im Kindergottesdienst hatte er den Kindern erläutert, dass sie zwar verschiedene Sprachen sprechen. „Eure Gesichtersprache könnt ihr jedoch ohne Übersetzung verstehen: Die Kinder in Atzenhain lachen wir ihr, sie weinen wie ihr, sie können zornig sein wié ihr.“ Und er setzt hinzu, dass gerade als Christen die Kinder beider Seiten füreinander Verantwortung tragen.

Dies ist auch der Grund für die Initiative Müllers, Direktpartnerschaften von Kindergottesdiensten in Deutschland und Indien herbeizuführen: Die Kinder wissen um ihre jeweiligen Partner. Sie werden hellhörig, wenn sie Nachrichten aus der jeweiligen Partnerregion hören. Und in der globalisierten Welt können sie mit einem Landstrich in Asien Gesichter verbinden. Ob Klimafragen oder Finanzkrise: die Auswirkungen dieser Diskussionen finden nicht mehr im anonymen Bereich statt, sondern bekommt Gesichter.

Die kleine Grace reflektiert dies natürlich noch nicht so. Sie malt schlicht das Bild ihrer keralesischen Landschaft und zeigt damit ihren Freundinnen und Freunden in Atzenhain: Schaut her, wie schön es hier ist!

(Pressemitteilung vom 11.11.09 aus Melukavu)

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Zurück im Bischofshaus in Melukavu

Nach fünf Tagen, in denen wir - fernab jedes Internetanschlusses - in Zweiergruppen verschiedene Gemeinden besucht und bei unterschiedlichen Gastgebern untergebracht waren, sind wir nun für drei Tage wieder beisammen im Bischofshaus. So werden wir in den nächsten Stunden und Tagen unsere Berichte einstellen.

Bitte beachten Sie auch die neuen, unkommentierten Fotos in den Fotoalben!

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In den Backwaters

Eine "Migrationspflanze" macht Schwierigkeiten in den Backwaters

Für Touristen aus aller Welt gehören die Backwaters sicherlich zu den wichtigsten Zielen in Kerala.

Die Backwaters, von den Einheimischen auch Kuttanadu genannt, sind ein zusammenhängendes Gebiet von Seen, Flüssen und Kanälen. Der längste Kanal ist 367 km lang, die 44 Flüsse münden in das Arabische Meer.

In den Backwaters leben die Bewohner in meist bunten Häusern, die Wasserstraßen werden auch heute noch zum Transport von Waren genutzt, allen voran Gewürze, Reis und Gummi.

Im Dezember kommen viele Zugvögel aus dem Norden, um hier den Winter zu verbringen.

Seit etwa 30 Jahren wird dieser Lebensraum von einer eingeschleppten Pflanze, dem Afrikanischen Moos, bedroht. Es wächst in allen Bereichen der Backwaters und vermehrt sich rasend schnell.

Das Überleben vieler einheimischer Wasserpflanzen und -tiere ist durch diese Pflanze gefährdet. Das Wasser ist zum Waschen und Trinken in weiten Bereichen nicht mehr geeignet.

Alle Versuche, einer weiteren Ausbreitung dieser Pflanze zu entgegnen, schlugen bisher fehl.

Markus und Björn gingen am Mittwoch gemeinsam mit ihren Gastgebern für zwei Stunden auf Schifffahrt auf den Backwaters.

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So bunt wie die Früchte auf diesem Marktstand in Chennai...

..., so bunt und vielfältig sind auch unsere zahlreichen Eindrücke seit unserem letzten Blog-Eintrag. Leider - oder Gott sei Dank!? - aber nicht so geordnet, wie wir tatsächlich die Früchte auf allen Marktständen am Hauptmarkt von Chennai vorgefunden haben.   

Mit dem Nachtzug sind wir weitergereist von Chennai nach Madurei, für indische Megacities eine "Kleinstadt" von ca. einer Millionen Einwohner. In Madurei befindet sich das Theologische Seminar der CSI. Interessant für uns: Die dreijährige Ausbildung findet im ersten Jahr am Campus statt, im zweiten Jahr leben die Studierenden in Slums, arbeiten bei Menschenrechtsorganisationen usw., im dritten Jahr findet die Auswertung wieder überwiegend im Seminar statt. Die theologische und die praktische Ausbildung parallel! Und die angehenden Pfarrer sollen nicht Evangelium predigen, sondern sein.

Für viele schwierig: die Begegnung in einem Heim für Fraue n, die in der Familie Gewalt erfahren haben.

Heute nun die Weiterreise nach Melakavu, wir sind bei Bischof Daniel und seiner Frau Betty angekommen. Ein herzliches Wiedersehen für beide Seiten!

Leider jedoch nur für kurze Zeit: Schon morgen werden wir   paarweise für fünf Tage in Familien der Diözese gesandt. Bischof Daniel hofft darauf, dass wir auf diesem Wege weitere Direktpartnerschaften zwischen Kindergottesdiensten und Schulen herbeiführen können. - Wir sind gespannt auf das Leben und den Alltag unserer indischen Gastgeber.

"Jeder Meter Indien", stellt Markus Christ fest. In den Familien dürfte dies besonders zutreffen.

Da wir über die Online-Versorgung nicht informiert sind, wird sich erst in den nächsten Tagen klären, wann wir weiterbloggen können. 

Dafür gibts dann aber wieder ein paar neue Fotos im Fotoalbum. - Leider noch nicht aus dem Bischofshaus, denn die neusten Fotos sind noch nicht am Rechner.

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Von großen alten Steinen: 03.11.2009

Wir schreiben das Jahr 700 nach Christus. Im Süden von Indien stehen Steinmetze vor riesigen Monolithen und haben eine Vision: Sie zaubern mit einfachen Werkzeugen aus riesigen Granitblöcken kunstvolle Tempelanlagen, die Götter und das Leben von Südindien beschreiben. Auch heute noch stehen und klettern wir staunend  über die Zeugnisse ihrer Arbeit. Es ist zurecht Weltkulturerbe. - Die hinduistische Götter- und Sagenwelt bleibt uns dennoch ein Rätsel.

Dass die Tempel direkt am indischen Ozean liegen, war hingegen sehr vorausschauend gedacht und geplant. Dies kam unserer Gruppe sehr entgegen.

Da es in Südindien keine Badekultur gibt, sind wir mit hochgezogenen Röcken und Hosen in die Wellen gestürzt.

Damit ist ein indische Tag für Europäer aber noch nicht vergangen: Mitten im Gewimmel von Chennai besichtigen wir noch einmal einen Tempel, beobachten Hindus bei ihren Zeremonien und die Priester bei ihren religiösen Handlungen. 

Beeindruckend für alle ist das Gewimmel, die Farben, die Gerüche, der krasse Gegensatz zwischen Arm und Reich, der Dreck und die Schönheit der Stadt sowie ihrer Einwohner. - Dazu gehören leider auch die Slums direkt am Meer, durch die wir am Vormittag mit dem Bus gefahren sind. Es herrschte Stille im Bus.

Ein krönender Abschluss ist die Fahrt zurück zum Gelände der CSI mit dreirädrigen Zweitacktern, genannt "Tuktuks".

Heute geht es mit der Bahn auf die Weiterreise, mal schauen, wann wir den nächsten Internetzugang haben.

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Zum Jubiläum ein Geschenk...: Der erste Tag in Chennai

Das Indische Tuch - mehr Fotos mit einem Klick!

Was tun, wenn der Chef Geburtstag hat? Eine unverfängliche deutsche Lösung wäre die obligatorische Flasche Wein. Und so hatten wir unseren Spaß, als wir kurzfristig - Pläne sind nur zum Umwerfen da! - zur Feier des 60. Geburtstags des Generalsekretärs der Church of South India (CSI), Rev. Dr. Moses Jayakumar, eingeladen waren: Ein Tuch nach dem anderen erhielt das Geburtstagskind. Und kaum übergeben, nahm es einer seiner Kollegen und warf es unachtsam auf einen Stuhl neben der Bühne. Nur die Stuhllehnen konnten die Menge der Tücher halten. (Zur Ehrenrettung des Kollegen und des indischen Tuchs: Mit Abschluss der Feier wurden die Tücher wieder ordentlich zusammengelegt.)

Zwei Stunden später sehen wir Dr. Jayakumar wieder. Schon am Vormittag hat uns Rev. Victor Joshua, Pfarrer für ökumenische Beziehungen, Grundlagen der CSI vorgestellt. Nun steht der Generalsekretär selbst Rede und Antwort. Er fragt uns aus: Wie geschieht eigentlich in Deutschland Partnerschaftsarbeit jenseits von Reisen? (Mehr zu unseren Antworten hier auf der Website.) Er selbst verfolgt ein "basic interest: making friends".

Dies ist nicht nur in den internationalen kirchlichen Partnerschaften der Fall. Obwohl die Kirchen nur einen geringen Prozentsatz der indischen Bevölkerung erreichen, bilden sie - nach der Regierung - den zweitgrößten indischen Akteur im Bereich Bildung, Ausbildung, Medizin und vielen anderen Bereichen. Dabei stehen die Angebote nach Aussage Joshuas und Jayakumars Menschen aller Religionen offen.

Über 70 Prozent der Kirchenangehörigen der CSI sind Dalits, sogenannte "kastenlose" Menschen. Gerade diese werden von den südindischen Kirchen erreicht, geben sie doch mit der christlichen Botschaft gerade diesen Menschen Würde und Selbstvertrauen zurück. "Den Menschen Hoffnung geben", darin sehen unsere Gesprächspartner das Hauptanliegen ihrer Arbeit.

Zu den Wurzeln der südindischen Kirche führte und dann noch ein Trip zur Thomaskirche, von wo aus wir auch einen Blick über Chennai genießen konnten. Attraktion für uns war dann der Kurzbesuch des Shiva-Tempels in Chennai. ("You´ve 15 Minutes to take a few pictures!") Mehr dazu (aber unkommentiert) hier!

Bleibt die Frage: Wie weit passt sich der gemeine Deutsche auf Reisen den Gepflogenheiten seiner Gastgeber an? Essen mit Besteck oder Reisklumpen formen mit den Fingern? - Die Auflösung (vielleicht) später!

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Kinder und Familien im Mittelpunkt: Partnerschaftsreise 2009

Kinder im Mittelpunkt der Diözesan-Arbeit

Nur noch wenige Tage bis zum Abflug, eine Woche noch bis zum Eintauchen in eine andere Welt: Nach vier Jahren werden wieder zehn Personen aus unseren Dekanaten für drei Wochen unsere Partnerdiözese East Kerala besuchen. "God´s own country", wie nicht die Kirche, sondern die staatliche Tourismusbehörde den Bundesstaat bezeichnet.

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Kofferpacken für Kerala - Per Reiseblog sind Sie dabei!

Treten die große Reise an (v.l.n.r.): Beate Dymianiw, Björn Mizdalski, Ralf Müller, Rita Stoll, Monika Bischoff, Ruth Weyel-Bietz, Thomas Philipp. Es fehlen: Gerlinde Knauss, Cordula Otto und Markus Christ.

Zeit zum Kofferpacken, es sind nur noch wenige Tage: Seit Ende März bereitet sich eine Gruppe von zehn Personen aus den Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg auf den Besuch der Partnerdiözese East Kerala in Südindien vor. Am 01. November geht´s nun los.

Dazu gehört mehr als das Einholen notwendiger Impfungen und das Besprechen von Gastgeschenken: Die Mitreisenden, die überwiegend ehren- oder hauptamtlich in kirchlicher Kinder- und Kindergottesdienst engagiert sind, wollen einen Blick auf das Familienleben der südindischen Partner werfen und danach schauen, wie Familie dort bei Kirchens vorkommt. Wechselseitige Impulse erhoffen sich die sechs Frauen und vier Männer von ihrer Reise.

Aber zugegeben: Vier Wochen vor der Reise treten diese inhaltlichen Schwerpunkte doch etwas hinter dem Reisefieber zurück. Aber auch das gehört dazu.

Erstmalig können Sie eine Partnerschaftsreise tagesaktuell verfolgen: In einem Reiseblog auf dieser Seite werden vom 02. bis 19. November 2009 die Indienreisenden über ihre ersten Eindrücke schreiben - wann immer es die Technik hüben und drüben zulässt.

 


Atzenhain erhält Altartuch aus Kerala

Abbildung Altartuch aus Koovappally
Verbindet Atzenhain mit Koovapally: Altartuch (Vergrößerung durch Anklicken)

Als die Atzenhainer Kindergottesdienstkinder im letzten Advent kleine Weihnachtsbäume aus Holz herstellten und bemalten, dachten sie auch an ihre Partner-Sundayschool in Südindien: Ein Exemplar nahm den Luftweg nach Indien, begleitet von kleinen Bildern und Briefen der Kinder.

Reverend Mammen, Pfarrer in Koovappally, nutzte nun die Schulferien in seiner Gemeinde, um eine zehntägige Bibelschule für die Kindergottesdienstkinder abzuhalten. Dabei malte er mit Hilfe der Kinder auf ein etwa 100 x 70cm großes Stofftuch dieses Bild "for your Sunday School hope you all will like it."

Beim ersten Kindergottesdienst nach der Sommerpause wird das Altarbild den Atzenhainer Kindergottesdienstkindern überreicht. Und wir dürfen schon gespannt sein, wie der Austausch zwischen den Kindern im Vogelsberg und in Kerala weitergeht.


Stadtfest Homberg: Ev. Jugend finanziert 110 Kindern in Kerala für eine Woche Schule und Unterkunft

Kistenklettern beim Stadtfest Homberg
Sicher, auch wenn der (Kisten-)Boden wankt.

Sie fallen nicht, auch wenn der (Kisten-)Boden wankt: Etwa 100 Jugendliche sind beim Homberger Stadtfest den Kisten-Gipfel gestürmt. Und mit jedem Startgeld von 2 Euro war wieder einem Kind in Kerala für eine Woche Schulbildung, Verpflegung und Unterkunft in einem einfachen Hostel der südindischen Partnerdiözese finanziert.

226 Euro spielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Jugend, koordiniert von Dekanatsjugendreferent Holger Schäddel, an diesem Tag ein. Sie freuen sich darüber, auf diesem Wege drei von 110 Kindern für ein Jahr die Schulbildung und Hostelunterkunft sichern zu können. Oder aber allen 110 Kindern eine Woche.

Und die Aktion wird noch weiterwirken: Unzählige Gespräche führten Winfriede Fuhrmann und Ralf Müller, die eine Fotowand mit Kurzinformationen zur Partnerschaft aufgebaut hatten. Besonders beeindruckt zeigten sich einige Passanten über die direkte Begegnung, die zwischen Kindergottesdiensten hier und Sundayschools in Kerala aufgebaut werden.

Auch hinterließen einige Besucher ihre Adressen: Sie möchten das Infomaterial sofort nach Drucklegung haben, um selbst einem Kind die Schulbildung und Hostelunterkunft von 2010 bis 2012 ermöglichen zu können.


Hostels bereiten Wege aus Armut: Schule für die Ärmsten der Armen

Gruppenaufnahme: Kinder indischer Ureinwohner
Adivasi-Kinder, Kinder indischer Ureinwohner, die eine Schule der Diözese East Kerala besuchen.

Fröhliche Kindergesichter in East Kerala: Kinder, deren Eltern in den Urwäldern Indiens leben, besuchen neun Monate im Jahr Schulen unserer Partnerdiözese.  Dort leben sie in Hostels, die den Schulen der Diözese angegliedert sind.
Bischof Daniel liegen diese Hostels besonders am Herzen. Er ist überzeugt: Nur Bildung bereitet diesen Kindern einen Weg aus der Armut.  Und staatliche Schulen stehen ihnen nicht offen.
In den zwölf Hostels der Diözese leben etwa 120 Kinder. Sie werden von den Familien der örtlichen Kirchengemeinden mitversorgt.
„Von der täglichen Reismenge für die Familie nehmen die Frauen einen Anteil für die Kinder in den Hostels ab“, berichtet Bischof Daniel im Februar 2009 beim Treffen des Partnerschaftsausschusses in Ranstadt.
Doch die Kirchengemeinden und die Familien sind inzwischen überfordert. Was für uns kleine Summen sind, ist für indische Familien viel Geld: Für nur acht Euro im Monat kann ein Kind in einem Hostel beherbergt und verköstigt werden. 72 Euro nur im Jahr – und ein Kind erhält die Chance auf eine Zukunft jenseits der Armut.

Berichte über die Arbeit der Hostels ziehen sich als „Roter Faden“ durch die "IndienNachrichten für Oberhessen (INfO) /Nr. 1-09". Viele Kinder warten noch auf unsere Unterstützung. Auch kleinste Beträge helfen.

Schenken Sie Zukunft: 

  • Mit nur acht Euro ermöglichen Sie einem Kind einen Monat lang Nahrung, Unterkunft und Bildung. 
  • Mit  36 Euro  ist bereits ein Schulhalbjahr  für ein Kind finanziert. 
  • Und mit 72 Euro fördern Sie ein Kind über ein ganzes Schuljahr.

Spendenkonten:

  • Dekanate Alsfeld/Vogelsberg: 
    Ev. Regionalverwaltung
    Konto 30 400 79 58 
    BLZ 518 500 79 
    Sparkasse Oberhessen 
    Verw.-Zweck: Spende East Kerala – Hostels 
  • Dekanate Büdingen und Nidda:
    Ev. Regionalverwaltung
    Konto 4100158
    BLZ 52060410
    Ev. Kreditgenossenschaft Kassel
    Verw.-Zweck: Spende East Kerala - Hostels

Unsere Verwaltungskosten werden aus kirchlichen Mitteln bezahlt.


Koovapally trifft Atzenhain: KiGo-Partnerschaften mit Südindien

“Welch große Freude für unsere Kinder, von euren Kindergottesdiensten die world wide surprise zu erhalten - und es war tatsächlich eine Überraschung für unsere Kinder.”

So schreibt Reverend James P. Mammen von der Holy Immanuel Church in Koovappally im südindischen Bundesstaat Kerala.

Und aus diesen kleinen Geschenken hat sich inzwischen eine Partnerschaft entwickelt zwischen dem Kindergottesdienst in Mücke-Atzenhain und der Sundayschool in Koovapally: Immer wieder einmal gehen kurze Schreiben mit Fotos oder selbstgemalten Bildern von Atzenhain nach Südindien und zurück.

Inzwischen existiert eine zweite KiGo-Partnerschaft zwischen Alsfeld und Kindern der St. Thomas Church in Karimtharusi.

Und die KiGo-Kinder in Deckenbach und Nieder-Ohmen warten sehnsüchtig auf "ihre" Partner-Sundayschool im fernen Indien.

Im Dezember 2007 hatten sich die Grundschule Nieder-Ohmen sowie die Kindergottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinden Atzenhain, Bernsfeld, Büßfeld, Höingen und Deckenbach der Aktion weltweit wichteln angeschlossen. - Insgesamt annähernd 180 Kinder an der Westgrenze des Vogelsbergkreises.
Höhepunkt für die Kinder waren sicherlich die Bastelnachmittage, die zum Teil gemeinsam mit den Eltern durchgeführt wurden: Einfachsten Handpuppen aus Baumwolle wurde mit viel Farbe, Bastelmaterialien und Klebstoff Leben einge-haucht. Einige Kinder konnten ihre Mütter sogar davon überzeugen, mit Nadel und Garn den Baumwollpuppen komplette Kleidung (auf)zu nähen.
Die Baumwoll-Rohlinge lässt die Gepa - The Fair Trade Company für das welt-weit wichteln von körperbehinderten Frauen in Indien nähen - selbstver-ständlich zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen.

Doch geht es beim weltweit wichteln nur in zweiter Linie um fairen Handel und um adventliche Bastelstunden. Viel wichtiger ist, dass sich die Kinder hier mit fremden Ländern auseinander setzen, etwas über deren Kultur erfahren und hören, wie Kinder dort leben. So waren die Kinder der ersten Grundschulklasse in Nieder-Ohmen im Dezember 2007 von großformatigen Postern aus Indien umgeben. Bereits im Sommer hatte der südindische Bischof, Dr. K.G. Daniel, die vierten Klassen der “Kunterbunt” besucht. Da lag es nahe, gemeinsam mit dem Evangelischen Dekanat Alsfeld zum Wichteln wieder Kontakt auf-zunehmen.
Bischof Daniel suchte drei in etwa gleich starke Sunday Schools - die “Gegen-stücke” zu unseren Kindergottesdiensten - als Wichtel-Empfänger aus und teilte diesen unsere Bitte mit, den Wichteln aus Deutschland irgendeine Form von  “Gegenwichteln” aus Südindien folgen zu lassen.

Entscheidend dabei: Die Kinder aus Deutschland und Indien begegnen sich auf Augenhöhe: Die Kinder dort sind nicht die hilfsbedürftigen Empfänger, die von den reichen Kindern hier mildtätige Gaben erhalten. (Konsumartikel als “Beiwerk” sind im Projekt weltweit wichteln sogar ausdrücklich unerwünscht.) Sie geben vielmehr etwas Einfaches,  Selbstgebasteltes. Wenn dann auch noch “Gegenwichtel” eintreffen, dann ist der Austausch “Eins-zu-Eins” geglückt: Die Schenkenden sind zugleich Beschenkte.


INfO: IndienNachrichten für Oberhessen - Unser East Kerala-Newsletter

CSI-Logo
Ein Klick zum INfO Frühjahr 2009

Etwa halbjährlich informieren unsere "IndienNachrichten für Oberhessen" (INfO) über neueste Ereignisse in der Partnerschaft zwischen der Diözese East Kerala in der Church of South India (CSI) und den oberhessischen Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg.

Heft Nr. 4/Frühling 2009 berichtet über die Hostel-Arbeit in Kerala, enthält einen Reisebericht des Ehepaars Funke und berichtet über den Besuch Bischof Daniel im Februar 2009.

Abbildung INfO 2-08
INfO Nr. 3/Herbst 2008 mit Bericht des Besuchs Bischofs Daniels und seiner Frau Elizabeth in 2008.
Abbildung INfO 1-08
INfO Nr. 2/Frühjahr 2008
Abbildung INfO 2006
INfO Nr. 1/2006

Eine Tuba reist nach Indien...

Gelebte Partnerschaft: Alle vier Jahr reist eine Delegation aus den Evangelischen Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg nach East Kerala. Die letzte Reise fand in 2005 statt. Das Besondere: Ein kleiner Bläserchor brachte Musik in die Partnerschaft. - Ein Klick auf das Gruppenfoto führt zum Reisebericht.

 

 

 

 


Thalita Kumi - Indien-Material für Kindergottesdienste

Indien und unsere Partnerkirche East Kerala als Thema für Kindergottesdienste:

Die Materialmappe des Landesverbandes für Kindergottesdienst in Hessen und Nassau bietet

  • Informationen zum Land Indien,
  • Partnerschaften mit indischen Kirchen
  • Projektbeispiele
  • Gottesdienstentwürfe für Kindergottesdienste
  • Liturgische Bausteine für Kindergottesdienste und
  • Praxisbausteine für den Kindergottesdienst.

Wer die Mappe beim Landesverband (kigo(at)ekhn.de) oder beim Zentrum Ökumene (www.zentrum-oekumene-ekhn.de) bestellt, erhält zusätzlich eine CD mit weiteren Arbeitsmaterialien.

Die Textversion (66 Seiten, 5MB) können Sie hier downloaden.