Sitas Schwestern sind leidgeplagt

Pearly Walter berichtete über die Situation von Frauen in Indien. Mit einem Klick aufs Bild zum Vortrag.

228.000 Fälle von Gewalt gegen Frauen kamen in Indien im Jahre 2012 zur Anzeige. Die Dunkelziffer ist wesentlich höher: etwa 90 Prozent der Frauen geben an, bereits einmal in der Öffentlichkeit Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein.

Pearly Walter, Pfarrerin aus Chennai/Südindien und zurzeit Promovendin in Hamburg, berichtete diese Zahlen am gemeinsamen Studientag der Evangelischen Landeskirchen von Kurhessen-Waldeck sowie Hessen-Nassau und der Evangelischen Mission in Solidarität (ems, Stuttgart) am 08. März 2014 in der Kulturscheune in Alsfeld-Berfa.

Deutlich wurde im Vortrag Walters, wie die Unterdrückung von Frauen bereits in traditionellen Texten des Hinduismus angelegt ist. Diese Unterdrückung setzt sich, so Walter, in den christlichen Kirchen Indiens fort: Wo immer die Bibel "biblizistisch", also im wörtlichen Sinne, ausgelegt werde, behielte auch in den christlichen Gemeinden die abschätzende Werthaltung gegenüber Frauen eine religiöse Begründung. Historisch-kritische Bibelexegese, gar Ansätze einer feministischen Theologie, steckten in den christlichen Kirchen Indiens aber noch in den Ansätzen. Wenn der Mensch aber gottesebenbildlich sei, wie die Schöpfungsgeschichte erzähle, dann könne eine Abwertung von Frauen theologisch nicht begründet werden. Auch das Gebot der Nächstenliebe lasse keinerlei Unterdrückung, gar Gewalt gegen Frauen, zu.

Keine Chance sieht Walter für Dalit-Frauen, "kastenlose" Frauen, die noch unter den niedersten Kasten stehen. Die hinduistische Kultur stelle für diese Frauen keine Rechte bereit.

Was bedeutet diese Situation für die Partnerschaften zwischen Kirchen in Hessen und in Indien? Sollen wir kultursensibel hinnehmen, dass die Frau des Hauses erst nach den Gästen und nach dem Ehemann samt Kindern isst? Sollen wir kultursensibel hinnehmen, dass Männer in den Küchen nichts zu suchen haben? Sollen wir hinnehmen, dass unsere Partnerkirchen überwiegend zu Gesprächen über diese Themen nicht bereit sind?

Ein Königsweg wurde nicht gefunden. Klar hingegen ist, dass wir die Probleme im Blick und im Gespräch halten müssen.

Den Vortrag von Pearly Walter finden Sie hier!

"Anmerkungen zum Thema Gewalt gegen Frauen in Indien", hat auch der Indien-Referent, Pfr. Johny Thonipara vorgetragen und zum Nachlesen zur Verfügung gestellt.

"Mangelnde Ehrfurcht vor dem Leben", übertitelt die Oberhessische Zeitung am 11.03.2014 ihren Bericht über den Studientag.


Zu Gast in Kerala: ASS legt Broschüre über Partnerschaftsreise 2013 vor

Das Titelblatt der neuen Broschüre - mit einem Klick zum Download (3 MB)

Im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitung für den Gegenbesuch der Keralesen in Alsfeld. Doch noch ist nur einem recht kleinen Teil der Alsfelder Albert-Schweizer-Schule die junge Partnerschaft mit dem Henry-Baker-College in Melukavumattom, Südindien, gegenwärtig. Und wie es sich in der Region lebt und am College studiert, das weiß nur die kleine Gruppe von zwei Schülerinnen und einem Schüler sowie zwei Lehrern und einer Lehrerin, die sich im September 2013 mit dem Ökumenereferenten des Evangelischen Dekanats Alsfeld, Ralf Müller, aufmachten, eine Schul-College-Partnerschaft in Kerala zu besiegeln.

Der 28-seitige Reisebericht, der sich gegenwärtig in der Druckerei befindet, soll hier Abhilfe schaffen. Ab Ende Januar wird er an der Albert-Schweitzer-Schule sowie im Evangelischen Dekanat Alsfeld erhältlich sein. In geringer Auflösung, aber dennoch mit 3 MB Dateien, kann er hier bereits eingesehen werden.

Der Reise im September 2013 gingen intensive Überlegungen über die Gestaltung dieser Partnerschaft voraus. Endprodukt ist ein "Memorandum of Understanding", das Formen der Partnerschaft benennt. Bevor nun aber z.B. gemeinsame Unterrichtsmodule entwickelt werden können, die sowohl am College in Melukavumattom als auch an der Oberstufe der Albert-Schweitzer-Schule unterrichtet werden können, bedarf es eines ersten Gegenbesuchs von Kollegiaten und Lehrkräften des südindischen Colleges. Denn das ist den drei Lehrkräften und den drei Schülern im vergangenen September am College deutlich geworden: Sowohl die Unterrichtsinhalte und -formen als auch die Lebensumwelt unterscheidet beider Einrichtungen entscheidet sich deutlich voneinander. Das kann man auch nicht einfach sprachlich vermitteln, das muss man sehen und mit(er)leben. Dieser Gegenbesuch befindet sich gerade in Vorbereitung, er wird eventuell bereits mit dem Ende der Sommerferien 2014 stattfinden können.

Gerade die hohe Religiosität - gleich welcher Richtung - , genauso aber auch das deutlich geringer ausgeprägte Bedürfnis nach Privatsphäre, ein anderes Verhältnis zu Nähe und Distanz, beschreiben die Teilnehmenden der Reisegruppe in der Broschüre immer wieder. Auf der anderen Seite zeigen sie sich begeistert von der Freundlichkeit der Menschen: Wenn von "Partnerschaft" gesprochen wird, geht es den Indern weniger um Formalien und Projekte - im Focus steht ihnen schlicht Freundschaft.

Und so haben Josia Clemens, Katharina Deisenroth, Miriam Knauss, Ralf Müller, Mirko Peitz, Miriam Reus, Lea Scholl und Jochen Walldorf einen lesenswerten Reisebericht zusammengetragen. Dieser wird im Dekanat für eine Schutzgebühr von 5 Euro (bei Versand: plus 1,45 Euro Porto) abgegeben. Bitte senden Sie einen frankierten Rückumschlag mit 5 Euro in bar oder Briefmarken an das Evangelische Dekanat, Altenburger Str. 40, 36304 Alsfeld!

Blogbeiträge der Reise im September 2013 sowie Presseberichte finden Sie weiter unten!


Eucharistie mit Feuer-Ritual: Pastoralkolleg in Südindien 2013

Die Gegensätze zu Hessen und Nassau könnten nicht größer sein: Der Bischof ganz in Rosa gekleidet. Seine Pfarrer ganz in Weiß. Das ist das alltägliche Bild, das eine Gruppe von 16 Pfarrerinnen und Pfarrern der EKHN in der südindischen Partnerkirche antraf. 

Propst Matthias Schmidt leitete zusammen mit dem Beauftragten der EKHN für die Asien-Partnerschaften, Pfr. Dr. Johny Thonipara, ein Pastoralkolleg in dessen Heimat nach Kerala. In Sachen „Partnerschaft“ wurde damit Neuland betreten: Erstmals kam es zu einem Treffen einer größeren Zahl von EKHN-Pfarrern mit gleich 70 ihrer indischen Kollegen. Kollegen, wohlgemerkt – Frauenordination gibt es dort faktisch nicht. Die Anerkennung der vier EKHN-Pfarrerinnen war in der Partnerkirche eher problemlos; dagegen sah es in Kirchenräumen von in Indien beheimateten orthodoxen Kirchen während der Reise zuweilen anders aus.

Neuland wurde aber auch auf anderen Stationen der Reise betreten: Zwei christliche Ashrams wurden besucht. Der erste, Sameeksha, ist eine jesuitische Gründung. Dialog mit anderen Religionen wird hier als die zentrale Aufgabe praktiziert. Das schließt Lernen mit und von den anderen ein, insbesondere vom Hinduismus. Der Leiter, Pater Sebastian Painadath SJ, in Deutschland wissenschaftlich ausgebildet und hier jedes Jahr mehrere Wochen lang als Meditationslehrer unterwegs, war für die EKHN-Theologen ein inspirierender Gesprächspartner. 

Der zweite Ashram, Kurisumala, hat sich formal für die Tradition der Trappisten, des schweigenden Zweiges des Zisterzienserordens, entschieden. Die Liturgie der dortigen Eucharistiefeier aber ist tief von hinduistischer Tradition geprägt. Schon das Gewand der Mönche ist in Orange gehalten, wie bei den hinduistischen Mönchen. Die Priester, die die Feier leiten, sitzen um einen flachen Tisch auf dem Boden. Blumen und ein Feuerritus, ebenfalls aus hinduistischer Tradition entlehnt, sind Teil der vom Vatikan anerkannten Eucharistie-Liturgie. Es war sehr hilfreich, der in der Landessprache gehaltenen Liturgie in einer schon vor Jahren angefertigten Übersetzung eines EKHN-Pfarrers, Andreas Krone, folgen zu können.

Die Church of South India, die Partnerkirche der EKHN, fährt einen deutlich verschiedenen Kurs. Sie ist eine protestantisch geprägte Unionskirche, 1947 hervorgegangen aus der Vereinigung der anglikanischen, kongregationalistischen, presbyterianischen, reformierten und methodistischen Kirchen Südindiens. Mission, nicht zuletzt unter den Ureinwohnern in den abgelegenen Bergen, ist nach wie vor ein starkes Anliegen dieser Kirche und schlägt sich unter anderem in nicht geringen Taufzahlen nieder. 

Beide Zwecke eines Pastoralkollegs wurden erreicht: Die Teilnehmenden empfanden die Chance einer solchen Begegnungsreise als Dank der Landeskirche für ihren 10-, 20- bzw. 30jährigen Dienst in der EKHN. Und es war eine faszinierende Fortbildung. Nicht zuletzt konnte manches Anschauungsmaterial für den Religionsunterricht erstanden werden. Dass die Unterkünfte zumeist eher einfach gehalten waren, war schon in der Ausschreibung angekündigt worden. Genaueres verraten die Teilnehmenden nur bei persönlicher Anfrage … 

Lothar Triebel


Bei Andacht in Trance verfallen

Erst um die 40 Jahre zählt die Witwe. Ihr Ehemann ist vor wenigen Tagen verstorben, unsere Indien-Studiengruppe nimmt an der Beerdigung teil. Nach hinduistischer Tradition lastet nun ein Fluch auf der Frau. In der christlichen Kirche könnte sie eine neue Heimat finden, berichtet Marc Stephan in der Alsfelder Allgemeinen Zeitung (und vermutlich anderen Regionalausgaben der Zeitungsgruppe) am 01.11.2013 aus Südindien.


"Priesterausbildung in die Slums"

Über den Besuch am Theologischen Seminar in Madurai berichtet Marc Stephan in der Alsfelder Allgemeinen vom 29.10.2013 (und vermutlich weiteren Lokalausgaben der Zeitungsgruppe). Zum Bericht gelangen Sie hier!


Partnerschaftsreise 2013: 16.10.2013 - letzter Tag in Chennai

Frühstück um 8 Uhr. Es schaffen immer noch nicht alle mit den Fingern zu essen, es ist für uns Europäer gewöhnungsbedürftig, aber es gibt auch einige Gabeln und Löffel für hoffnungslose Fälle.

Anschließend, um 9:15 Uhr, Einsingen in der Kapelle. Thomas hat von früheren Reisen die Rückmeldung gegeben: Inder hören gerne Kanon-Singen! Wir geben uns alle Mühe und es klappt in der Andacht so weit, so gut. Die indischen Andachtsteilnehmer geben uns auf jeden Fall einen aufmunternden Applaus.

Wir verabschieden uns von Pastor Daniel. Es ist unser letzter Tag im schwülheißen Chennai/Madras mit zirka 35 Grad Celsius, gefühlt mindestens 40 Grad.

Gegen 11 Uhr treffen wir uns noch einmal im klimatisierten Konferenzraum der Church of South India (CSI) mit Mr. Salomon von der CSI bzgl. Feedback. Er hatte uns zu den beiden Projekten in Plamera und Vellore begleitet. Nach angeregter Diskussion bei einer Tasse Tee und Kekse, serviert von jungen indischen Männern, wie alle Mahlzeiten, wird deutlich: Das Kastensystem ist das größte Problem Indiens. Es ist bei allem technischen Fortschritt immer noch sehr stark in den Köpfen verankert und das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Viele Inder stimmen einer endgültigen Überwindung zu, doch sobald es um persönliche Belange gehe, wie zum Beispiel Heirat der Tochter/Heirat des Sohnes, sind die alten Verhaltensmuster, wie auf Kommando wieder da.

Noch einmal wird auch das Problem der meist heimlichen Taufen von Hindus angesprochen. Ein Hindu wird seinen Übertritt zum Christentum eher nicht öffentlich angeben, da er sonst seine staatlichen Vergünstigungen verlieren würde, die er als Hindu genießt. Auf sie will er nicht verzichten.

Wir sind sehr überrascht und ziemlich betroffen von den enormen Auswirkungen des Kastenwesens in Indien. Für uns in dieser Art nicht nachvollziehbar. Darüber haben wir uns vorher auch keine großen Gedanken gemacht. Wir haben plötzlich Einblicke in die indische Gesellschaft bekommen, die uns sehr nachdenklich stimmen.

Als wir nach dem Mittagessen mit Sheila, unserer Betreuerin von der CSI, in die Stadt aufbrechen, schau’ ich die Menschen auf der Straße mit ganz anderen Augen an: Zu welcher Kaste er/sie wohl gehört?

Bei aller Deutlichkeit der Darstellung dieses Systems, die zwar große Betroffenheit auslöst, blicke ich noch nicht ganz durch wie das Kastensystem funktioniert. Ich nehme mir vor, dies zu Hause noch einmal genauer zu recherchieren.

Dann geht es mit den für Indien berühmten Auto-Rikschas, den Tuk-Tuks ab in die Altstadt von Chennai. Das Durchwuseln der Tuk-Tuks im nachmittäglichen, für europäische Verhältnisse unglaublich chaotischen Straßenverkehrs, macht uns atemlos ... und Riiiiiesenspaß, und es ist unglaublich billig. Alles für unsere Verhältnisse unvorstellbar.

In der Altstadt, und um den Hindu-Tempel, den wir am Vorabend schon besichtigt haben, startet unsere erste kleine Shopping-Tour. Sheila berät die Damen in Sachen Stoffe für Saris u. a. ich finde schon einiges für zu Hause, leider ist unsere Kofferkapazität begrenzt.

Um 17 Uhr fahren wir, zu unsere großen Freude, wieder mit Tuk-Tuks zurück ins Gästehaus der CSI. Nach dem Abendessen ist der Aufbruch kurz und heftig. Wir werden zum Nachtzug nach Madurai gebracht. Dort erleben wir ein echtes »Palaver«, als unser Begleiter mit den Kofferträgern verhandelt: Laut und mit gutem Ergebnis - mit einem Rolley werden alle Koffer zum Bahnsteig gebracht. Unser Zug ist schon da - die Waggonsuche, es sind Schlafwagenabteile 1. Klasse gebucht, geht los, mit Erfolg ... na ja, 1. Klasse indischer Kategorie!

Leider sitzen wir nicht alle zusammen, teilen uns die Plätze mit Indern. Oh, und plötzlich deutsche Laute - eine tiefe Männerstimme: Birgit unterhält sich mit einem älterem Inder. Es stellt sich heraus, dass er ein Physikprofessor aus Madurai ist, der einfach mal Deutschkurse besucht hat. Leider wollen seine Frau und er früher schlafen als wir, das bedeutet, dass die Betten heruntergeklappt werden müssen und keiner mehr sitzen kann. Doch für einige keine Frage, denn sie müssen die ganze Nacht sitzen, weil die Koffer untergebracht werden mussten: Auf ihren Betten in der oberen Etage. OK, sie halten tapfer durch.

Nachdem der Zug den Bahnhof von Chennai tatsächlich pünktlich verlassen hat, kehrt relativ früh relative Ruhe ein. Relativ, weil immer jemand durch den Gang läuft.

Ich wach auf als jemand sagt: »Wir sind da!« Also habe ich doch schlafen können. Ankunft Madurai: 6:35 Uhr, schwülheiß, müde - ein neuer Tag in Indien.

(Stefanie Patt)


15.10.2013

Partnerschaftsreise 2013: 15.10.2013 - Palmaner und Vellore

Heute früh ging es um 8.20h Richtung Palmaner in der Diozöse Vellore im Bundesland Talminadu ungefähr 230 km westlich von Chennai. Die Fahrt dauerte ca. 6 Std. In Palmaner besuchten wir ein Ausbildungsprojekt für elternlose und unterprivilegierte Mädchen aus armen Familien, die in der Regel auch zu den Kastenlosen (Dalits) und damit zur untersten Schicht gehören.

Palmaner liegt in einer sehr ländlich geprägten Gegend. Es wurde schon 1904 mit dem Ziel gegründet, diesen benachteiligten Mädchen eine eigene Ausbildung zukommen zu lassen und sie in die wirtschaftliche Selbständigkeit zu führen, damit sie durch eigene Arbeit ihre Existenz sichern können. So werden sie in Hauswirtschaft, Finanzen, Landwirtschaft, Ernährung und Handarbeit (Schneidern und sticken) ausgebildet.

So waren bis 2004 in diesem Projekt 300 Mädchen involviert. Nähere Informationen wurden uns in einem Handout gegeben. 2004 wurde das Projekt aufgrund von finanziellen und organisatorischen Problemen geschlossen. Doch 2009 wurde ein neuer Anfang gewagt, wenn auch auf deutlich niedrigerem Level. So sind in den letzten Jahren zwischen 20 und 50 Mädchen eingebunden. Die Zahl ist abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Situation. Wenn mehr Mädchen auf dem normalen Arbeitsmarkt eine Ausbildungsmöglichkeit finden sinkt die Zahl. Der Schule ist ein Hostel angeliedert, in dem die Mädchen dann wohnen können. Bei der Ankunft wurde unsere Delegation gebeten 5 Palmen als Zeichen der Hoffnung zu pflanzen. 

Gegen 16.00h fuhren wir dann wieder Richtung Chennai. Nach rund 80 km Fahrt kamen wir gegen 17.30h am Bischofshaus der Diozöse Vellore an. Dort erwartete man uns schon und begrüßte uns sehr herzlich. Wir bekamen eine kurze Einführung in die Situation. Der Stellvertreter des Bischofs erklärte uns, dass ca. 200.000 Mitglieder der Diozöse fast aussschließlich aus Kastenlosen besteht und deshalb wenig finanzielle Mittel hat.

Er stellte uns das Vasanthanprjekt vor. Die Kirche hat ein ziemlich großes Stück Bauland direkt an der Hauptstrasse. Da die Wirtschaft der Stadt boomt und die Stadt expandiert, planen sie ein neunstöckiges Hochhaus zu errichten und es dann für Geschäfte, Büros usw. zu vermieten. Die Einkünfte sollen nach der Schuldentilgung, dazu benutzt werden, kirchliche Programme der Diozöse zu finanzieren, wie z.B. kirchl. Schulprojekte, Schulungsprogramme für Arbeitslose und Nichtausgebildete, Behindertenseelsorge, Bibelschulen auf dem Land. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts führte man uns zu dem besagten Grundstück. Thomas Philipp musste ein Gebet sprechen und den Boden segnen.

Danach ging es zum Abendessen und dann zurück. Gegen 23.00h waren wir wieder in Chennay an, müde aber um viele interessante Gespräche und Eindrücke reicher. 


Alsfelder Allgemeine: "Gespräche in Indien über Pfarrerinnen und Kasten"

Sie können nicht nur den Reise-Blog verfolgen, unsere Partnerschaftsgruppe versorgt direkt aus Indien auch die heimische Presse.

Der erste Pressebericht, "Gespräche in Indien über Pfarrerinnen und Kasten", ist am Dienstag, dem 15.10.13, in der "Alsfelder Allgemeinen" erschienen. Sie finden den Bericht evt. auch in anderen Regionalausgaben der Zeitungsgruppe, evt. unter anderer Überschrift. Oder lesen Sie einfach hier!


Partnerschaftsreise 2013: 14.10.2013 - Heilige Stätten der Thomas-Christen

Heute war der Tag in Südindien. Alles war wir erlebten, fand unter den extremen klimatischen Bedingungen des Landes statt: Wärme um die 30 Grad und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit belasteten uns alle.

Der Tag stand im Zeichen zweier Konfession und zweier Weltreligionen. 

Wir hatten heute nach der Morgenandacht zwei Gespräche mit Vertretern der Kirche von Südindien. Rev. Daniel der Leiter der diakonischen Arbeit berichtete über die Schwerpunkte der Arbeit: Aidshilfe und -aufklärung, Projekte in Dörfern (Microfinanzprojekte, Bildung für Kastenlose, Arbeit mit Behinderten. Ein zweiter Vortag über die Kirche von Südindien mit ihren 22 Diözesen, 15.000 Gemeinden, 120 Krankenhäuser schloss sich an. Schwerpunkte der Kirche sind Bildungsprojekte für Mädchen und die Situation der Frauen, die schon lange vor den Berichten über die Vergewaltigungen, Thema der Kirche sind. Die Benachteiligungen der Frauen beginnt schon am Tag der Geburt.

Das Thema der Kasten wurde auch angesprochen.

Nachmittag besichtigten wir die Hauptattraktionen der katholischen Kirchen in Südinden, den St. Thomas Hügel und das Thomasgrab mitten in Chennai. Neben Rom und Santiago de Compostella gilt Chennai als dritte Grabeskirche einer der Apostel. Zur Dämmerung fuhren wir zum großen Shiva-Tempel mitten ins Stadtzentrum und lernten das organisierte Chaos in den engen Straßen kennen: Hupen ohne Unterlass, Enge und Lärm.

Zu einem Hindufest im Tempel zu sein ist ein besonderes Erlebnis. Hunderte von Pilgern in langen Schlagen warteten vor den Schreinen. Musik in allen Ecken gab dem kurzen Besuch eine besondere Stimmung. 

Hungrig waren wir um 19.00 Uhr wieder zurück im Gästehaus der Kirche von Südindien.


Partnerschaftsreise 2013: 13.10.2013 - Der erste Tag

Das Thema, dass uns in diesem Jahr an die Hand gegeben wurde, heißt "Demografischer Wandel global". Doch bevor wir uns daran machen können, die uns gestellten Fragen zu beantworten, mussten wir heute die neue Welt kennenlernen, in der wir uns die nächsten Wochen zurechtfinden müssen. Zugegeben, auf dem Zwischenstopp in Neu-Delhi und der Fahrt vom Flughafen Chennai bis zum Gästehaus der CSI (Church of South India) haben wir noch nicht viel vom Land gesehen haben, erlebten dennoch schon vieles dessen, was für diesen Subkontinent typisch sein soll.

Bei der Ankunft in Neu-Delhi war die Stadt durch den Dunst nur schlecht zu erkennen. "Der typisch SMOG in Delhi", erklärte Thomas Philipp, der schon mehrere Male hier war. Im Tansitbereich des Flughafens wirkte es international, westlich, erinnerte kaum etwas an Indien. Wenn ich da nach der Landung aus dem Airbus heraus nicht einen Flughafenbediensteten gesehen hätte. Dieser saß an einem scheinbar selbstgezimmerten Schreibtisch, unter einem Wellblechdach, gehalten von vier geraden Stöcken an jeder Ecke, mitten auf einem schmalen Grünstreifen zwischen zwei Rollbahnen. In Deutschland undenkbar. Auf dem Weiterflug innerhalb Indiens war der Ausländeranteil der Fluggäste ebenfalls bei etwa 10 bis 20 Prozent. Allerdings waren wir jetzt die Ausländer zwischen vielen Indern.

In Chennai angekommen, nahm uns Sheila von der CSI am Flughafen in Empfang. Der kleine Bus hatte einen Platz zu wenig. Sheila und ihr Busfahrer entgegnen nur fröhlich: "No problem!" Dies kommentiert Winfriede, die ebenfalls schon Zeit in Indien und Buthan verbrachte mit: "Das werden wir noch oft hören!"

Im Gästehaus des CSI kam es dann auch beim ersten gemeinsamen Tee-Trinken zu einem der berüchtigten Stromausfälle. "Hat irgendjemand seine Taschenlampe dabei?" - Nein, alle noch im Koffer. Ab jetzt hat sie aber bestimmt jeder bei sich, nach Einbruch der Nacht.

Vor dem Abendessen unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang "um den Block", passierten dabei Bettler und Straßenhändler, um in ein glitzerndes Einkaufszentrum zu gelangen, dessen Gegenstück an Größe und Prunk man im Rhein-Main-Gebiet vergebens sucht.

Passieren mussten wir dabei auch die vierspurige Straße, zweimal. Ohne Ampel und ohne Rücksicht. Ohne Rücksicht unsererseits auf den scheinbar unkontrollierten Verkehrsfluss. Einfach loslaufen, die bremsen schon. Langsam und gleichmäßig laufen, dann können die Fahrer unsere Bewegungen einschätzen und bremsen schon ab. So war es dann auch. Trotzdem wird einem Europäer mulmig, wenn zwei vollbesetzte Linienbusse hupend auf einen zufahren und erst bremsen, wenn sie merken, dass der Fußgänger nicht stehenbleibt.

Das Essen selbst, Chicken Madras mit Fladenbrot, wurde mit den Fingern zu sich genommen. Die glitschigen Kichererbsen wollten sich mit der Soße vermischt nicht unbedingt freiwillig in die Fladenbrote einrollen lassen und so gab es hier und da ein bisschen Schweinerei.

Nach einer kurzen Nachbesprechung im Innenhof des Gästehauses machen wir uns jetzt frisch und springen in die Betten, denn morgen beginnt unser planmäßiges Programm. Einen groben Eindruck von diesem Land haben wir heute schon bekommen und sind gespannt auf die nächsten Tage.



Bereits im September 2013 reiste eine Gruppe von zwei Lehrern und einer Lehrerin sowie zwei Schülerinnen und einem Schüler der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule (ASS) gemeinsam mit dem Alsfelder Ökumene-Referenten Ralf Müller nach Melukavumattom in East Kerala. Ziel der Reise: Die offizielle Etablierung der Schulpartnerschaft der ASS mit dem Henry-Baker-College.

Ab hier verfolgen Sie diese Begegnungsreise - in umgekehrter Chronologie.


Wenn einer eine Reise tut: ASS-Indien-Reise in der Presse

College-Bank in Südindien gedrückt: Eine Fotostrecke (Klicken zum Vergrößern!)

Zugang zum College
Henry-Baker-Denkmal
Die Bibliothek
Chemie- und Informatik-Trakt
Physik-Gebäude
Verwaltungstrakt
Klassenraum
Klassenraum
Schultisch bekritzelt
Bibliotheksbände
Elefantenritt bei Moola
Elefantenritt
Elefantenritt
Elefantenritt
Gruppenbild mit Elefant
Auf dem Weg zum College
Blick von Anhöhe bei Melukavumattom
Junge Damen im Sari
Junge Damen im Sari
Herren in Dschuba und Dohti
Fischladen in Melukavumattom
Josch beim Vortrag über ASS
Katharina und Chemie-Dozentin Anney
Katharina und Lea beim ASS-Vortrag
Lea im Gespräch
Mirko mit Anney
Onam-Festzug in Pala
Textilladen in Melukavumattom
Typisch indisch: Massala (Mix)
Walldorf mit Partnerschaftsvertrag
Gruppe mit Partnerschaftsvertrag

Bollywood mit Unterschrift: ASS und Henry-Baker-College besiegeln Partnerschaft

Der Monsun in Suedindien haelt an. Bei stroemenden Regen sitzen etwa 150 Schuelerinnen und Schueler des Henry-Baker-Colleges mit ihrer Lehrerschaft im "Seminary Room". In Indien wird dieser Tage Onam gefeiert. Die Schueler verbringen ihre letzten Stunden im College, bevor sie in die Onam-Kurzferien enteilen. "Onam, das ist das Fest der Freude, des Erfolgs und des Friedens", erlaeutert Bischof Dr. K.G. Daniel. Das College wird von der Dioezese East Kerala getragen wird, mit dem die Evangelischen Dekanate Alsfeld und Vogelsberg seit fast einem Vierteljahrhundert in Partnerschaft stehen. "Durch die Schulpartnerschaft, die nun per Unterschrift besiegelt wird, wird die Welt zum Dorf", fuehrt der keralesische Bischof als Schultraeger weiter aus. Er fordert die Schueler auf, gerade zum Onamfest Friedensboten zu sein. Und so sei es gut, dass gerade zum Onam-Fest die Schulpartnerschaft offiziell startet.

Dr. Jochen Walldorf, Miriam Reuss und Mirko Peitz sowie die mitreisenden 12er-Schueler Katharina, Lea und Josia haben sich fuer den Anlass in Schale geworfen. Der Schneider ist rechtzeitig mit seiner Arbeit fertig geworden, so dass die jungen Frauen den Saal im festlichen Sari, dem traditionellen indischen Gewand, betreten. Und auch die Maenner scheuen sich nicht, in Dschuba und Dothi den Saal zu betreten: dem lang geschnittenen Hemd sowie dem festlichen Maenner-Rock.

Prof. Dr. Abraham Daniel, der Principal (Leiter) des Henry-Baker-Colleges, begruesst das ASS-Team ein weiteres Mal namentlich. Dr. Jochen Walldorf stellt in kurzen Saetzen den Inhalt des "Memorandum of Understanding", des Partnerschaftsvertrages vor: gemeinsames globales Lernen von Nord- und Suedhalbkugel sowie gegenseitige Besuche.

Dann unterzeichnen vor der versammelten Schul-Festgemeinschaft Prof. Daniel, Prof. Joseph sowie Dr. Walldorf den Vertrag. Schulleiterin Hillebrandt, die an der Reise nicht teilnehmen konnte,  hatte bereits vor dem Aufbruch der ASS-Gruppe den Vertrag unterschrieben.

Als Zeichen der wachsenden Partnerschaft pflanzten Bischof Daniel sowie Ralf Mueller, der Partnerschaftsreferent des Evangelischen Dekanats Alsfeld, symbolisch einen Baum. Das gezeichnete Bild eines Baumes bekommt dann Dr. Walldorf ueberreicht: Auf den Blaettern des Baumes haben alle Kollegiatinnen und Kollegiaten des College sowie deren Lehrer unterzeichnet.

Das Onam-Fest mit Vertragsunterzeichnung endet mit einem kulturellen Programm: Eine Tanzgruppe sowie eine Einzeltänzerin führen in festlichen Saris und eleganten Bewegungen traditionelle indische Taenze vor. Ein Hauch von Bollywood schwebt im Saal.

Der Tag endet mit einem grossen Abschlussfest im "Women's Hostel", in dessen beiden Gaestezimmern die Frauen des ASS-Teams waehrend ihres Besuches in Indien untergebracht waren. 

Abfahrt in Melukavumattom gegen 23 Uhr, Ankunft am Flughafen Cochin gegen 0.30 Uhr, Einchecken, Ausreiseformalitaeten, Flugzeugverspaetung: Erst um 5.15 h läuft die Gruppe ueber die Gangway. In Doha umsteigen ohne Zwischenaufenthalt, die Verspaetung ist wieder eingeholt. Flug ueber die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak, den Osten der Tuerkei, das schwarze Meer, ueber Prag zurueck nach Frankfurt. Landung um 13.44 Uhr. Gegen 17 Uhr laeuft der Dekanatsbus am Stadthallenparkplatz in Alsfeld ein. 

Noch fuenf Stunden. Dann brechen Katharina, Lea und Josch mit ihren Leistungskursen im Bus nach Wien auf.


Moola: Wo die Partnerschaft zum Elefantenritt wird

Der Ritt auf dem Dickhaeuter im Norden Keralas

Es ist Donnerstag, 11.42 Uhr keralesischer Ortszeit. Erstmals seit zwei Tagen haben wir wieder beides: etwas Zeit und gleichzeitig Internet-Zugang. (Aber auch eine amerikanische Tastatur ohne Umlaute...)

Schulpfarrer Dr. Jochen Walldorf sitzt nebenan im Buero des Principals Prof.Dr. Abraham Daniel und laesst sich Details der College-Organisation erlaeutern. Miriam, die Kasseler Chemie-Studentin, hat gerade wieder eine Chemiestunde wahrgenommen. "Das Niveau ist mit der Gesamthochschule in Kassel gleichauf", resummiert sie. Katharina, Lea und Josch besuchen gerade (freiwillig!) eine keralasische Mathestunde. Miriam Reuss hat gerade eine Unterrichtseinheit in englischer Literatur hinter sich. Und Mirko Peitz freut sich besonders auf die "Gender Studies", die um 12 Uhr beginnen: "Da koennen wir uns echt etwas abgucken, und die sind richtig kritisch", berichtet Mirko begeistert.

Die drei Schueler und drei Lehrer nutzen die Tage am College, um in moeglichst viele Faecher hereinzuriechen: Wie ist das Niveau, in welcher Form wird unterrichtet, wo finden wir Moeglichkeiten der Kooperation von Alsfelder und keralesischen Kursen? Der Geschichtskurs ueber indische bzw. deutsche Geschichte ist schon fast abgeschlossen. "Schaut euch unseren Lehrplan im Internet an, die Lehrinhalte sind vom Staat vorgegeben", fordert Abraham das Team auf. Wenn die Unterrichtsinhalte fuer Kooperationsprojekte gefunden und abgesprochen sind, wird er den Alsfelder Kollegen das indische Unterrichtsmaterial und die entsprechenden Buecher zur Einsicht senden, verspricht der Principal.

Gemeinsam mit einigen Kollegiatinnen und Lehrern des Henry-Baker-Colleges waren die Alsfelder gestern auf grosser Tour nach Moola, einem Nationalpark im Norden Keralas. Die 16(!)-stuendige Tour beinhaltete auch das Besuch eines Tee-Museums mit Fabrikation. Hoehepunkt war fuer Lea, Katharina und Josch aber sicher der Ritt auf dem Dickhaeuter.


Wenn keralesische Busfahrer streiken

"Dieses Programm ist gültig, solang uns nicht kurzfristig etwas anderes einfällt", lächelt Abraham Daniel und wedelt mit dem Programmpapier in die Runde. Ein Teil der College-Lehrerschaft sitzt mit den drei Alsfelder Kollegen sowie den beiden Schülerinnen und dem Schüler im "Chefzimmer" zusammen. Sie haben Zeit füreinander an diesem Montagvormittag: ein Streik der privaten (!) Busfahrer sorgt für einen so heftigen Schülerschwund am College, dass kein Unterricht stattfinden kann. So kann in Indien eben jederzeit etwas dazwischen können.

Das Gespräch ist intensiv, und die Meinung der angehenden Abiturienten ist gefragt. Denn es gibt durchaus Vorbehalten gegen einen "Schüleraustausch": Die sind unterschiedlich, würden sich indische Kollegiaten in Deutschland zurecht finden? Ist es nicht ein Kulturschock? - "Doch, klar, es ist ein Kulturschock. Genauso, wie wir ihn gerade erleben", kontern Lea und Katharina den indischen Lehrern. Doch genau darauf käme es doch an: Andere Lebensweisen kennenzulernen, verstehen zu lernen, auch wählen zu können. 

Der Principal ("Schulleiter") bestätigt dies und spricht aus eigener Anschauung: Bei seinem Besuch in Deutschland sei ihm von den Gastgebern nirgendwo Alkohol oder Nikotin angeboten worden - wenn er nicht danach gefragt habe. 

Denn da liegen die indischen Unsicherheiten: Wie liberal ist das Leben in Deutschland? Würden etwa indische Kollegiaten (männlich) mit ASS-Schülerinnen ein Zimmer teilen? Gemeinsam hinaus ins Nachtleben eilen, womöglich von den Deutschen unter den Tisch getrunken werden? - Vorurteile gibt es eben nicht nur auf der nördlichen Halbkugel gegenüber der südlichen.

Da kann Ralf Müller, der Alsfelder Ökumenereferent, die EKHN-Erfahrung einbringen: Zu den Jugendkirchentagen sind oftmals junge Menschen aus allen EKHN-Partnerschaften, also auch aus Afrika, eingeladen. Wir haben Erfahrungen mit den unterschiedlichen Lebensweisen, auch mit "erlaubt" und "verboten". Wir beachten diese Unterschiede. Und wir bereiten künftige Gasteltern und -geschwister auf ihre Rolle vor.

Und, ok: In gewissem Umfang hat selbst Alsfeld ein Nachtleben. Doch wir sprechen nicht von München, Berlin oder Hamburg.

Die Idee gemeinsamer Unterrichtsprojekte gefällt den Indern auf Anhieb. Josia und seine beiden Mitschülerinnen zeigen durch ihre Englischkenntnisse, dass sie durchaus in der Lage sind, in einem Literaturkurs mitzutun. Joseph, der Mathematik- und Wirtschaftsprofessor, spricht sich mit Miriam Reuss ab, die Curricula abzugleichen. Jochen Walldorf, der ASS-Schulpfarrer, freut sich, dass am Henry-Baker-College auch Philosophiegeschichte gelehrt wird. Hier kann er sich inhaltlich einbringen. Und Mirko ist von Abraham, dem Principal, schon am Vorabend angefragt worden, eine Unterrichtsstunde in Politik abzuhalten. "Ja, klar, kann ich mir vorstellen", so Mirko, "doch lass mich bitte erst einmal zuschauen, in welcher Form euer Unterricht stattfindet!"


Albert und Henry sind jetzt Freunde

Principal Prof. Dr. Abraham Daniel (links neben dem Gedenkstein kniend), der Spitzensportler Joby Mathes (aufrecht stehend!), die ASS-Gruppe und Dozenten des Colleges

Es ist ein sehr langer Tag geworden für die ASS-Gruppe in Kerala: Der Flieger kam pünktlich in Cochin an, gegen Mittag erreichten wir Melukavu und das Henry-Baker-College, und fast sofort ging es in die große, offene Aula. Die "Excellence Day Celebrations 2013" stand an. In diesem Rahmen werden jeweils die besten Leistungen der Kollegiaten gewürdigt. Kollegiaten? Es war schon auffällig, dass nur Kollegiatinnen die Pokale erhielten.

Der erste große Jubel galt jedoch nicht den Gästen aus Deutschland, sondern Joby Mathew. Der kleinwüchsige Spitzensportler aus dem Distrikt hat eine Goldmedaille ben den "World Dwarf Games 2013" in den USA erzielt. Mit seinen Beinstümpfen von vielleicht 30 cm will er in näherer Zukunft den Mount Everest besteigen. Seine Botschaft an die Kollegiatinnen formulierte er zwar in der Landessprache Malayalam; es bedarf aber wenig Phantasie, die Leitsätze zu erraten: Lasst euch durch nichts unterkriegen! Setzt euch Ziele, ihr könnt sie erreichen!

Miriam  Reuss und Jochen Walldorf überreichten das Gastgeschenk der ASS an die künftige Partnereinrichtung: eine großformatige Fotografie des Albert-Schweitzer-Gemäldes in der Aula des Standortes Schillerstraße.

Die Unterzeichnung des "Memorandum of Understanding" wurde vom Principal des Colleges aber schlicht und kurzfristig um eine Woche verschoben: Die Überreichung der Auszeichnungen verlangte so viel Zeit, dass die Kollegatinnen und Kollegiaten sonst ihre Busse ins Wochenende nicht mehr erreicht hätten.


Jobin darf lernen - Spenden Sie ein Schuljahr in Kerala!

Jobin darf lernen - Ein Klick zum Projekt und Spendenträger!

Jobins Zukunft liegt im Rechnen und Schreiben. Doch die keralesische Regierung bietet dem indischen Urwald-Kind keine Schulen. Deswegen lebt Jobin das Schuljahr über in einem Hostel unserer Partner-Diözese. Von dort aus sind es nur wenige Meter bis zur nächsten primary school.

Mehr über Jobin und unser Projekt finden Sie in unserem Prospekt zum Download. Weitere Infos erhalten Sie auch bei Ralf Müller, Tel. 06631-9114918 oder per Mail.

Spenden Sie ein Schuljahr in Kerala!

 

 


Fleißige Schüler und Qualifizierungsbedarf bei den "Wardens": Aktuelle Berichte vom Hostelprojekt in East Kerala/Südindien

Bischof Dr. K.G. Daniel dankt den Spenderinnen und Spendern in Oberhessen für die Unterstützung der wichtigen Hostelarbeit. Sein Schreiben vom 25.01.2012 sowie den Bericht über Besuche in Hostels im Januar 2012 durch unseren EKHN-Indienreferenten, Dr. Johny Thonipara sowie Propst Matthias Schmidt, finden Sie hier!


Nur Essen oder auch Dächer? - Spenden korrekt verbucht, aber Abstimmungsbedarf bei Verwendung

Spenden und Kollektengelder für unsere Partnerdiözese East Kerala sind am Sitz der Diözesanverwaltung in Melukavumattom korrekt verbucht. Davon konnten sich der Indien-Referent der Landeskirche, Dr. Johny Thonipara (der auch die Landessprache Mayalayam beherrsch) gemeinsam mit Propst Matthias Schmidt überzeugen. Eine Spendenprüfung ist kein angenehmes Thema, gerade bei einem Antrittsbesuch der Propstes, wir sind dies aber unseren Spendern schuldig.

Als Spenden aus dem Ausland fallen unsere Kerala-Spenden in Indien unter "meldepflichtige Devisen". Auch dem indischen Staat gegenüber sind unsere Partner in Indien zur Offenlegung verpflichtet. Vom Staat werden sie durch eine Hindu-Organisation geprüft.

Um Klärung haben unsere indischen Partner gebeten, wofür sie unsere Spendengelder im Rahmen des Hostelprojektes verwenden dürfen: War zu Anfang die Not so groß, dass auch die Nahrungsmittel für die Kinder über unsere Spendenmittel eingekauft wurden, so können die Kirchengemeinden in Kerala, die Träger der Hostels sind, inzwischen wieder selbst für das Essen sorgen.

Was aber ist mit der Reparatur des Daches und der pädagogischen Fortbildung der "Wardens", der Hausleiterinnen? Und ist mittelfristig Verlass auf die Spenden aus Oberhessen, so dass mehr, auch höher qualifiziertes Personal eingestellt werden kann? - Es spricht für unsere Schwestern und Brüder in Indien, dass sie die Spendengelder nicht ohne Absprache anrühren.

Der Partnerschaftsausschuss hat sich für 2012 vorgenommen, das Hostel-Projekt gemeinsam mit den Partnern in Kerala auf eine verlässliche Vertragsebene zu stellen, der der Diözese wie den oberhessischen Spendern nochmal größere Sicherheit bei der Spendenverwendung gibt. Gerade die Verbesserung des baulichen Zustands der Hostels sowie die Qualifizierung des Personals sind uns dabei Herzensangelegenheiten.

Den Bericht Johny Thoniparas über die Hostelbesuche im Januar 2012 finden Sie hier!

Bitte helfen Sie uns weiterhin mit Ihrer Spende, Hilfe zur Selbsthilfe in Indien leisten zu können! Unsere Spendenkonten finden Sie hier!


Gute Bildung - ausgewogene Ernährung - gute ärztliche Betreuung: Bischof Dr. Daniel berichtet über Hostels 2011

Bischof Dr. K.G. Daniel, hier im Schülerbibelkreis der Gesamtschule Nieder-Ohmen.

Einhundertfünfunfünfzig Kinder lebten 2011 in den sieben Hostels in East Kerala, die durch unsere oberhessische Partnerschaft unterstützt werden.

Bei allen guten Erfolgen um die Ausbildung und Unterkunft der Kinder, wissen unsere indischen Partner aber auch um die Schwierigkeiten der  Betreuung in den Hostels: Die "Wardens", Hausleiterinnen, haben keine pädagogische Ausbildung, leisten ihre Arbeit aber nach bestem Wissen und Gewissen.

Der Partnerschaftsausschuss hat sich für 2012 vorgenommen, die Diözese bei der Anhebung der pädagogischen Standards zu unterstützen.

Lesen Sie hier den kompletten Bericht Bischof Dr. Daniels!


Taler, Taler, musst du wandern? - Partnerschaft und Geld

"Schenken Sie ein Schuljahr": So wirbt der Partnerschaftsausschuss East Kerala für sein Spendenprojekt in Südindien. Zahlreiche Einzelpersonen haben das Projekt zu ihrer eigenen Sache gemacht, und auch die Kirchengemeinden sammeln fleißig.

Der Partnerschaftsausschuss steht zu seiner Verantwortung für das Projekt und für die Spender. Deswegen lassen wir uns beraten: Wie können wir die Nachhaltigkeit des Spendeneinsatzes erhöhen? Wo benötigen wir die Unterstützung von "Profis" der Entwicklungshilfe?

Ein Studientag am 22.01.01 betrachtet unser Projekt mit "kirchlicher" und "außerkirchlicher" Brille.

Außerdem: Infos zum ems-Partnerschaftstag im Mai 2011 und erste Planungen zum Besuch aus Kerala im Juni 2011. Alles auf diesem Flyer.


11.02.2011: Tag der bedrängten und verfolgten Christen - Länderschwerpunkt Indien

Rund 4000 Wohnhäuser christlicher Familien sowie 65 Kirchen wurden im August 2008 im indischen Bundesstaat Orissa zerstört.

Der "Tag der bedrängten und verfolgten Christen" am 11. Februar 2011 in Frankfurt, Zentrum Ökumene, setzt deswegen seinen Schwerpunkt auf Indien.

Den Flyer finden Sie hier!


Annie und Abraham Daniel, hier am Marburger Marktplatz
Indisch kochen: unvorhergesehener Privatkurs in Homberg
Interkontinentaler Austausch unter Frauen
Schulpartnerschaft zwischen ASS Alsfeld und Herny-Baker-College Melukavu?

Indien: Wo Frauen Ballast sind - PartnerschaftsSONNTAG am DIENSTAG mit Gast aus Indien

Synthia Sobha Rani spricht am 11.06.13 in Ober-Ofleiden.

Indische Frauen-Generalsekretärin spricht am 11. Juni in Ober-Ofleiden

Kaum in einem Land steht es um die Gleichberechtigung der Geschlechter schlimmer als in Indien: Platz 132 von 142 weist in dieser Frage ein Bericht der Vereinten Nationen dem Subkontinent zu. Die brutale Wirklichkeit hinter diesen Platzierungen schreckte die Weltöffentlichkeit im Dezember 2012 auf, als in Delhi die 23jährige Jyoti Sing Pandey an den Folgen einer barbarischen Massenvergewaltigung starb. 

Gewalt gegen Frauen scheint tief in der indischen Gesellschaft verwurzelt. So ist die Zahl an Totgeburten von Mädchen signifikant höher als bei Jungen. Frauen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren sterben in deutlich höherer Zahl an Verletzungen als Männer der gleichen Altersstufe. Und auch die einfache Zahlenverteilung der Geschlechter macht zumindest stutzig: Auf 1079 Männer kamen in 2012 lediglich 1000 Frauen, bei Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahren steht das Zahlenverhältnis sogar bei 1133 zu 1000.

Die Witwenverbrennung als traditioneller Brauch ist in Indien inzwischen weitestgehend abgeschafft. Heute kommt es besonders häufig im Umfeld von Hochzeiten zu Gewalt gegen Frauen: wenn nämlich die Mitgift nicht den Erwartungen entspricht. Oder wenn statt des männlichen Statthalters die Tochter das Licht der Welt erblickt.

Wie kommt es dieser massiven Ungleichbehandlung der Geschlechter in Indien, die in tödlicher Gewalt gegen Frauen gipfelt? Hierüber spricht am Dienstag, dem 11. Juni 2013, Synthia Sobha Rani in der Kirche in Homberg/Ober-Ofleiden. Rani ist die Generalsekretärin des Frauenverbandes der Church of South India (CSI), dem südindischen Kirchenverbund. Sie folgt der gemeinsamen Einladung des Evangelischen Dekanats Alsfeld und des Bezirkslandfrauenvereins Alsfeld.

Das Dekanat steht seit vielen Jahren in einer Partnerschaft zur südindischen Diözese East Kerala. Deswegen startet die Veranstaltung um 19.00 Uhr mit dem jährlichen Partnerschaftsgottesdienst. Gegen 19.30 Uhr beginnt dann der Vortragsabend mit dem Gast aus Indien. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Frauenarbeit in Südindien wird gebeten.


Gewalt gegen Frauen in Indien: "Zahle 50, spare 5000!"

Synthia Sobha Rani aus Bangalore mit ihren Übersetzerinnen Winfriede Fuhrmann und Cordula Otto

Sie hielten lange durch, doch irgendwann waren die Schülerinnen der Max-Eyth-Schule kaum mehr zur Ruhe zu bringen. Zu bestürzt waren sie aber das, was ihnen unglaublich vorkam. Es war die Reise in eine andere Welt, in die die 16- bis 17Jährigen die Generalsekretärin der Women´s Fellowship der Church of South India in ihrer Diskussion begleiteten.

Synthia Sobha Rani, die Gastreferentin aus Bangalore, verdeutlichte, dass die Gewalt gegen Frauen vor allem ein Problem in Nordindien sei. Die - etwas - besser Lage in Südindien führt sie auf die bessere wirtschaftliche Lage im Südteil des Subkontinents zurück. Mit der besseren wirtschaftlichen Lage wiederum verbindet sich ein höheres Bildungsniveau. Und in fehlender Bildung sieht Rani den Hauptgrund der zum Teil barbarischen und auch der strukturellen Gewalt gegen Frauen in Indien.

So fällt ein Mädchen der Familie erst einmal finanziell nur zur Last: die Mittel für Verpflegung und Kleidung, ebenso ggf. für Bildung müssen aufgebracht werden. Dann aber verlässt die junge Frau durch Heirat die Familie. Statt die eigenen Eltern im Alter zu versorgen, will die Gesellschaftsstruktur, dass die junge Frau die Familie wechselt und für die Schwiegereltern sorgt. Und um diesen Familienwechsel herbeiführen zu können und so zumindest momentan finanziell zu entlastet zu sein, muss die "abgebende" Familie auch noch eine zum Teil horrende Mitgift aufbringen: Schließlich fällt die neue Schwiegertochter nun der "aufnehmenden" Familie zur Last. "Zahle 50 Rupien und spare 5000 Rupien!": Ganz offen werde in Indien für die Abtreibung weiblicher Föten geworben.

Bildung, Bildung, Bildung! - Wie auch der Bischof von East Kerala sieht Rani allein in Bildung einen Ausweg aus diesen indischen Traditionen und Gesellschaftsstrukturen. Ihre Women´s Fellowship, eine Art indisch-kirchliche "Frauenhilfe", geht dabei zwei unterschiedliche Bildungswege: Auf der einen Seite geht es darum, Frauen eine eigene wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen. Hierfür bietet der Verband zum Beispiel Kleindarlehen oder Kurzausbildungen zur Schneiderin an. Auf der anderen Seite müssen aber eben auch die Männer erreicht werden: Und so wird inzwischen in vielen südindischen Diözesen ein "pre-marriage"-Kurs angeboten, bei dem vor allem traditionelle Vorstellungen von Frausein und Mannsein auf den Prüfstand gestellt werden.

Hoffnungsfroh berichtete Synthia Sobha Rhani dann auch am Abend in Ober-Ofleiden im Anschluss an den Partnerschaftsgottesdienst des Dekanats: Nach der brutalen Massenvergewaltigung einer jungen Frau in Delhi im Dezember 2012 gehen Frauen wie Männer auf die Straße und verlangen ein gesellschaftliches wie politischen Umdenken. Vor wenigen Wochen wurde das indische Strafgesetzbuch entsprechend verändert, Vergewaltigung unter langjährige Strafe gestellt. Auch wurde der Begriff der sexuellen Gewalt deutlich erweitert: Auch das "Angrapschen" kann nun geahndet werden. Rani geht aber davon aus, dass es noch dauern wird, bis Frauen in großer Zahl wagen, vor den Kadi zu gehen. - Bis vor wenigen Wochen war sexuelle Gewalt kein Strafdelikt.

Dass nun auch Polizeibeamten bestraft werden, wenn sie Vorwürfen sexueller Gewalt NICHT nachgehen, zeigt jedoch auch deutlich, welch langen Weg die indische Gesellschaft weiter vor sich hat.

Mit 601 Euro unterstützten die Besucherinnen und Besucher des Partnerschaftsgottesdienstes die Arbeit der Frauen-Generalsekretärin. Diese große Summe wurde auch ermöglicht durch zwei großzügige Spenden, einmal der Bezirkslandfrauen Alsfeld, die als Koverantalter auftraten, zum anderen durch das Evangelische Dekanat.

Den Bericht der Oberhessischen Zeitung vom 13.06.2013 über den Besuch an der Alsfelder Max-Eyth-Schule sowie in Ober-Ofleiden finden Sie hier!


Mit dem Wickelgewand ins Meer

SeniorInnen-Nachmittag in Burg-Gemünden: Ralf Müller berichtete über die Indien-Partnerschaft der vier oberhessischen Dekanate und das Hostel-Projekt in East-Kerala. Ausführliche Berichte hierüber brachten die Allgemeine Zeitung sowie die Oberhessische Zeitung aus Alsfeld am 17.11.2010.

Mit einem Klick zu den Berichten!


... gebaut mit Steinen aus der Nähe und der Ferne: Grußwort aus Indien zum Partnerschaftssonntag

Bischof Dr. K.G. Daniel, East Kerala/Südindien

Die Bibel das Fundament, Jesus Christus der Eckstein: Dies hält Kirchengemeinden aus Oberhessen und Südindien zusammen. Dabei kann der Kirchenbau durchaus "mit unterschiedlichen Steinen, aus der Nähe und aus der Ferne" gebaut sein.

Mit diesen Gedanken, die Sie hier nachlesen können, grüßt Bischof Dr. K.G. Daniel aus Melukavumattom die Kirchengemeinden in Oberhessen zum Partnerschaftssonntag 2010.

 

 

 


Jeder Meter Indien: Reisedokumentation liegt vor!

"Jeder Meter Indien": Kaum eine andere Delegation dürfte so dicht an die Kirchengemeinden und Menschen in der Diözese East Kerala herangekommen sein wie die sechs Frauen und vier Männer, die der Reisegruppe im November 2009 angehörten.

Nun liegt die Reisedokumentation vor, die ein buntes und vielfältiges Bild unserer Partnerkirche und den Menschen in East Kerala zeichnet. Die Dokumentation zeigt auch, welche Fragen zu Lebens- und Glaubensformen hüben wie drüben aufgeworfen wurden.

"Jeder Meter Indien": Die 40-seitige Broschüre mit zahlreichen Farbfotos ist bei der Fachstelle Bildung&Ökumene im Evangelischen Dekanat Alsfeld erhältlich, Telefon 06631-9114918, Mail hier!

Wir geben die Broschüre kostenlos ab, freuen uns aber über Spenden zur Deckung der Druck- und Versandkosten (zusammen ca. 2,50 Euro) sowie zur Weitergabe an unser Hostelprojekt in East Kerala.

Auch ein Download ist möglich. Unter der Reduktion von 270 MB der Druckfassung auf 2 MB der Web-Fassung leiden die Fotos aber deutlich.


Volkstänze, Luftballons, Gastfreundschaft und ein Bild: Impression aus Indien im "INfO Extra"

Die Mahlzeit vom Bananenblatt. Mehr Kurzeindrücke der Indienreise 2009 gibt´s im INfO - nur einen Klick entfernt.

Kurzeindrücke ihrer 20tägigen Indienreise haben Cordula Otto (Alsfeld), Beate Dymnianiw (Storndorf) und Ralf Müller (Homberg) in einem "INfO-Extra" zusammengetragen.

Die "IndienNachrichten für Oberhessen (INfO)" erscheinen etwa halbjährlich. Dieses "Extra" wird in den nächsten Wochen den meisten evangelischen Gemeindebriefen im Dekanat Alsfeld beigelegt oder beigeheftet werden.

Und spätestens am 13. März 2010 wird dann der große Reisebericht mit vielen Farbfotos gedruckt vorliegen. Bestellung hier!

 


Indian Childhood: Der Reiseblog aus Kerala, November 2009

Reisfelder auf dem Weg nach Kerala

Alle vier Jahre besucht eine Delegation der Evangelischen Dekanate Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg die Partnerdiözese East Kerala in Südindien.

"Indian Childhood" war das Schwerpunktthema der zehnköpfigen Gruppe, die vom 01. bis zum 20. November 2009 Chennai, Madurei und dann die Partnerdiözese bereiste. Höhepunkt war sicher die Unterkunft in indischen Familien. Näher kann man kaum herankommen an die Lebensart der Menschen unserer Partnerkirche.

Erstmalig haben wir geblogt, unsere ersten Eindrücke direkt ins Netz gestellt.

Zu unseren Blogeinträge geht es hier (umgekehrt chronologisch):

18.11.09: Der letzte Eintrag aus Kerala... (R. Müller)

18.11.09: Kinderbilder aus Teepflückerregion unterwegs nach Alsfeld (C. Otto, B. Dymianiw)

16.11.09: Reichtum und Armut mit einer Körperdrehung (R. Müller)

15.11.09: Wenn der Postmann nach zwei Jahren klingelt... (R. Müller)

14.11.09: Funkstille bis 17.11. ... (R. Müller)

12.11.09: Leben im Urwald (T. Philipp)

In den Backwaters (B. Mizdalski)

10.11.09: Wir haben es nicht besser gewollt... (R. Müller)

08.11.09: Die kleine Grace wartet bereits auf Besuch aus Oberhessen (R. Müller)

So bunt wie die Früchte auf diesem Marktstand in Chennai... (R. Müller)

03.11.09: Von großen alten Steinen (C. Otto, B. Dymianiw)

Zum Jubiläum ein Geschenk: Der erste Tag in Chennai (R. Müller)

Im Frühjahr 2010 wird unsere gedruckte Reisedokumentation vorliegen. Diese können Sie mit einer Mail hier ordern!


Kinder und Familien im Mittelpunkt: Partnerschaftsreise 2009

Kinder im Mittelpunkt der Diözesan-Arbeit

Nur noch wenige Tage bis zum Abflug, eine Woche noch bis zum Eintauchen in eine andere Welt: Nach vier Jahren werden wieder zehn Personen aus unseren Dekanaten für drei Wochen unsere Partnerdiözese East Kerala besuchen. "God´s own country", wie nicht die Kirche, sondern die staatliche Tourismusbehörde den Bundesstaat bezeichnet.

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Kofferpacken für Kerala - Per Reiseblog sind Sie dabei!

Treten die große Reise an (v.l.n.r.): Beate Dymianiw, Björn Mizdalski, Ralf Müller, Rita Stoll, Monika Bischoff, Ruth Weyel-Bietz, Thomas Philipp. Es fehlen: Gerlinde Knauss, Cordula Otto und Markus Christ.

Zeit zum Kofferpacken, es sind nur noch wenige Tage: Seit Ende März bereitet sich eine Gruppe von zehn Personen aus den Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg auf den Besuch der Partnerdiözese East Kerala in Südindien vor. Am 01. November geht´s nun los.

Dazu gehört mehr als das Einholen notwendiger Impfungen und das Besprechen von Gastgeschenken: Die Mitreisenden, die überwiegend ehren- oder hauptamtlich in kirchlicher Kinder- und Kindergottesdienst engagiert sind, wollen einen Blick auf das Familienleben der südindischen Partner werfen und danach schauen, wie Familie dort bei Kirchens vorkommt. Wechselseitige Impulse erhoffen sich die sechs Frauen und vier Männer von ihrer Reise.

Aber zugegeben: Vier Wochen vor der Reise treten diese inhaltlichen Schwerpunkte doch etwas hinter dem Reisefieber zurück. Aber auch das gehört dazu.

Erstmalig können Sie eine Partnerschaftsreise tagesaktuell verfolgen: In einem Reiseblog auf dieser Seite werden vom 02. bis 19. November 2009 die Indienreisenden über ihre ersten Eindrücke schreiben - wann immer es die Technik hüben und drüben zulässt.

 


Atzenhain erhält Altartuch aus Kerala

Abbildung Altartuch aus Koovappally
Verbindet Atzenhain mit Koovapally: Altartuch (Vergrößerung durch Anklicken)

Als die Atzenhainer Kindergottesdienstkinder im letzten Advent kleine Weihnachtsbäume aus Holz herstellten und bemalten, dachten sie auch an ihre Partner-Sundayschool in Südindien: Ein Exemplar nahm den Luftweg nach Indien, begleitet von kleinen Bildern und Briefen der Kinder.

Reverend Mammen, Pfarrer in Koovappally, nutzte nun die Schulferien in seiner Gemeinde, um eine zehntägige Bibelschule für die Kindergottesdienstkinder abzuhalten. Dabei malte er mit Hilfe der Kinder auf ein etwa 100 x 70cm großes Stofftuch dieses Bild "for your Sunday School hope you all will like it."

Beim ersten Kindergottesdienst nach der Sommerpause wird das Altarbild den Atzenhainer Kindergottesdienstkindern überreicht. Und wir dürfen schon gespannt sein, wie der Austausch zwischen den Kindern im Vogelsberg und in Kerala weitergeht.


Stadtfest Homberg: Ev. Jugend finanziert 110 Kindern in Kerala für eine Woche Schule und Unterkunft

Kistenklettern beim Stadtfest Homberg
Sicher, auch wenn der (Kisten-)Boden wankt.

Sie fallen nicht, auch wenn der (Kisten-)Boden wankt: Etwa 100 Jugendliche sind beim Homberger Stadtfest den Kisten-Gipfel gestürmt. Und mit jedem Startgeld von 2 Euro war wieder einem Kind in Kerala für eine Woche Schulbildung, Verpflegung und Unterkunft in einem einfachen Hostel der südindischen Partnerdiözese finanziert.

226 Euro spielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Jugend, koordiniert von Dekanatsjugendreferent Holger Schäddel, an diesem Tag ein. Sie freuen sich darüber, auf diesem Wege drei von 110 Kindern für ein Jahr die Schulbildung und Hostelunterkunft sichern zu können. Oder aber allen 110 Kindern eine Woche.

Und die Aktion wird noch weiterwirken: Unzählige Gespräche führten Winfriede Fuhrmann und Ralf Müller, die eine Fotowand mit Kurzinformationen zur Partnerschaft aufgebaut hatten. Besonders beeindruckt zeigten sich einige Passanten über die direkte Begegnung, die zwischen Kindergottesdiensten hier und Sundayschools in Kerala aufgebaut werden.

Auch hinterließen einige Besucher ihre Adressen: Sie möchten das Infomaterial sofort nach Drucklegung haben, um selbst einem Kind die Schulbildung und Hostelunterkunft von 2010 bis 2012 ermöglichen zu können.


Hostels bereiten Wege aus Armut: Schule für die Ärmsten der Armen

Gruppenaufnahme: Kinder indischer Ureinwohner
Adivasi-Kinder, Kinder indischer Ureinwohner, die eine Schule der Diözese East Kerala besuchen.

Fröhliche Kindergesichter in East Kerala: Kinder, deren Eltern in den Urwäldern Indiens leben, besuchen neun Monate im Jahr Schulen unserer Partnerdiözese.  Dort leben sie in Hostels, die den Schulen der Diözese angegliedert sind.
Bischof Daniel liegen diese Hostels besonders am Herzen. Er ist überzeugt: Nur Bildung bereitet diesen Kindern einen Weg aus der Armut.  Und staatliche Schulen stehen ihnen nicht offen.
In den zwölf Hostels der Diözese leben etwa 120 Kinder. Sie werden von den Familien der örtlichen Kirchengemeinden mitversorgt.
„Von der täglichen Reismenge für die Familie nehmen die Frauen einen Anteil für die Kinder in den Hostels ab“, berichtet Bischof Daniel im Februar 2009 beim Treffen des Partnerschaftsausschusses in Ranstadt.
Doch die Kirchengemeinden und die Familien sind inzwischen überfordert. Was für uns kleine Summen sind, ist für indische Familien viel Geld: Für nur acht Euro im Monat kann ein Kind in einem Hostel beherbergt und verköstigt werden. 72 Euro nur im Jahr – und ein Kind erhält die Chance auf eine Zukunft jenseits der Armut.

Berichte über die Arbeit der Hostels ziehen sich als „Roter Faden“ durch die "IndienNachrichten für Oberhessen (INfO) /Nr. 1-09". Viele Kinder warten noch auf unsere Unterstützung. Auch kleinste Beträge helfen.

Schenken Sie Zukunft: 

  • Mit nur acht Euro ermöglichen Sie einem Kind einen Monat lang Nahrung, Unterkunft und Bildung. 
  • Mit  36 Euro  ist bereits ein Schulhalbjahr  für ein Kind finanziert. 
  • Und mit 72 Euro fördern Sie ein Kind über ein ganzes Schuljahr.

Spendenkonten:

  • Dekanate Alsfeld/Vogelsberg: 
    Ev. Regionalverwaltung
    Konto 30 400 79 58 
    BLZ 518 500 79 
    Sparkasse Oberhessen 
    Verw.-Zweck: Spende East Kerala – Hostels 
  • Dekanate Büdingen und Nidda:
    Ev. Regionalverwaltung
    Konto 4100158
    BLZ 52060410
    Ev. Kreditgenossenschaft Kassel
    Verw.-Zweck: Spende East Kerala - Hostels

Unsere Verwaltungskosten werden aus kirchlichen Mitteln bezahlt.


Koovapally trifft Atzenhain: KiGo-Partnerschaften mit Südindien

“Welch große Freude für unsere Kinder, von euren Kindergottesdiensten die world wide surprise zu erhalten - und es war tatsächlich eine Überraschung für unsere Kinder.”

So schreibt Reverend James P. Mammen von der Holy Immanuel Church in Koovappally im südindischen Bundesstaat Kerala.

Und aus diesen kleinen Geschenken hat sich inzwischen eine Partnerschaft entwickelt zwischen dem Kindergottesdienst in Mücke-Atzenhain und der Sundayschool in Koovapally: Immer wieder einmal gehen kurze Schreiben mit Fotos oder selbstgemalten Bildern von Atzenhain nach Südindien und zurück.

Inzwischen existiert eine zweite KiGo-Partnerschaft zwischen Alsfeld und Kindern der St. Thomas Church in Karimtharusi.

Und die KiGo-Kinder in Deckenbach und Nieder-Ohmen warten sehnsüchtig auf "ihre" Partner-Sundayschool im fernen Indien.

Im Dezember 2007 hatten sich die Grundschule Nieder-Ohmen sowie die Kindergottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinden Atzenhain, Bernsfeld, Büßfeld, Höingen und Deckenbach der Aktion weltweit wichteln angeschlossen. - Insgesamt annähernd 180 Kinder an der Westgrenze des Vogelsbergkreises.
Höhepunkt für die Kinder waren sicherlich die Bastelnachmittage, die zum Teil gemeinsam mit den Eltern durchgeführt wurden: Einfachsten Handpuppen aus Baumwolle wurde mit viel Farbe, Bastelmaterialien und Klebstoff Leben einge-haucht. Einige Kinder konnten ihre Mütter sogar davon überzeugen, mit Nadel und Garn den Baumwollpuppen komplette Kleidung (auf)zu nähen.
Die Baumwoll-Rohlinge lässt die Gepa - The Fair Trade Company für das welt-weit wichteln von körperbehinderten Frauen in Indien nähen - selbstver-ständlich zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen.

Doch geht es beim weltweit wichteln nur in zweiter Linie um fairen Handel und um adventliche Bastelstunden. Viel wichtiger ist, dass sich die Kinder hier mit fremden Ländern auseinander setzen, etwas über deren Kultur erfahren und hören, wie Kinder dort leben. So waren die Kinder der ersten Grundschulklasse in Nieder-Ohmen im Dezember 2007 von großformatigen Postern aus Indien umgeben. Bereits im Sommer hatte der südindische Bischof, Dr. K.G. Daniel, die vierten Klassen der “Kunterbunt” besucht. Da lag es nahe, gemeinsam mit dem Evangelischen Dekanat Alsfeld zum Wichteln wieder Kontakt auf-zunehmen.
Bischof Daniel suchte drei in etwa gleich starke Sunday Schools - die “Gegen-stücke” zu unseren Kindergottesdiensten - als Wichtel-Empfänger aus und teilte diesen unsere Bitte mit, den Wichteln aus Deutschland irgendeine Form von  “Gegenwichteln” aus Südindien folgen zu lassen.

Entscheidend dabei: Die Kinder aus Deutschland und Indien begegnen sich auf Augenhöhe: Die Kinder dort sind nicht die hilfsbedürftigen Empfänger, die von den reichen Kindern hier mildtätige Gaben erhalten. (Konsumartikel als “Beiwerk” sind im Projekt weltweit wichteln sogar ausdrücklich unerwünscht.) Sie geben vielmehr etwas Einfaches,  Selbstgebasteltes. Wenn dann auch noch “Gegenwichtel” eintreffen, dann ist der Austausch “Eins-zu-Eins” geglückt: Die Schenkenden sind zugleich Beschenkte.


INfO: IndienNachrichten für Oberhessen - Unser East Kerala-Newsletter

CSI-Logo
Ein Klick zum INfO Frühjahr 2009

Etwa halbjährlich informieren unsere "IndienNachrichten für Oberhessen" (INfO) über neueste Ereignisse in der Partnerschaft zwischen der Diözese East Kerala in der Church of South India (CSI) und den oberhessischen Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg.

Heft Nr. 4/Frühling 2009 berichtet über die Hostel-Arbeit in Kerala, enthält einen Reisebericht des Ehepaars Funke und berichtet über den Besuch Bischof Daniel im Februar 2009.

Abbildung INfO 2-08
INfO Nr. 3/Herbst 2008 mit Bericht des Besuchs Bischofs Daniels und seiner Frau Elizabeth in 2008.
Abbildung INfO 1-08
INfO Nr. 2/Frühjahr 2008
Abbildung INfO 2006
INfO Nr. 1/2006

Eine Tuba reist nach Indien...

Gelebte Partnerschaft: Alle vier Jahr reist eine Delegation aus den Evangelischen Dekanaten Alsfeld, Büdingen, Nidda und Vogelsberg nach East Kerala. Die letzte Reise fand in 2005 statt. Das Besondere: Ein kleiner Bläserchor brachte Musik in die Partnerschaft. - Ein Klick auf das Gruppenfoto führt zum Reisebericht.

 

 

 

 


Thalita Kumi - Indien-Material für Kindergottesdienste

Indien und unsere Partnerkirche East Kerala als Thema für Kindergottesdienste:

Die Materialmappe des Landesverbandes für Kindergottesdienst in Hessen und Nassau bietet

  • Informationen zum Land Indien,
  • Partnerschaften mit indischen Kirchen
  • Projektbeispiele
  • Gottesdienstentwürfe für Kindergottesdienste
  • Liturgische Bausteine für Kindergottesdienste und
  • Praxisbausteine für den Kindergottesdienst.

Wer die Mappe beim Landesverband (kigo(at)ekhn.de) oder beim Zentrum Ökumene (www.zentrum-oekumene-ekhn.de) bestellt, erhält zusätzlich eine CD mit weiteren Arbeitsmaterialien.

Die Textversion (66 Seiten, 5MB) können Sie hier downloaden.